Stuttgart ist eine Stadt, die Tradition mit moderner Dynamik verbindet. Ein guter Ort also, um über die Zukunft zu sprechen. So geschehen bei der zweiten Sino-European Corporate ESG Practice Conference. Mit dabei war auch unser Unternehmen aus China: Global New Material International, kurz GNMI. Gemeinsam mit deutschen und europäischen Wirtschaftskollegen haben wir uns in Stuttgart über ESG-Praktiken ausgetauscht, genauer gesagt über Unternehmensverantwortung und -engagement im Kontext der Globalisierung. ESG – das steht bekanntlich für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Bei dem Treffen standen folglich nicht nur geschäftliche Dinge im Vordergrund. Es ging für uns vielmehr auch um eine tiefgehende Prüfung unserer Unternehmensmission, ja um eine Weichenstellung für die Zukunft.
Gemeinsam stark: Gruppenbild bei der zweiten Sino-European Corporate ESG Practice Conference in Stuttgart
Unsere Firma, Global New Material International Holdings Limited, ist ein Hightech-Unternehmen, das sich seit langem auf funktionale Materialien spezialisiert. Aktuell stoßen wir von China aus zunehmend auf den globalen Markt vor, erweitern unser weltweites Geschäft – und das mit großem Engagement und Respekt. Ich selbst bin Gründer des Unternehmens sowie Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer.
Derzeit treiben wir aktiv die Integration des Geschäfts von Global Surface Solutions der Merck-Gruppe (nach Abschluss der Übernahme nun umbenannt in Susonity) voran. Es geht dabei nicht nur um eine tiefgreifende industrielle Integration, sondern auch um eine globale Praxis, die sich um die Prinzipien Verantwortung, Innovation und gemeinsames Wachstum dreht. Ein spannendes Projekt, das unser Verständnis und unsere Fähigkeiten bezüglich der Integration verschiedener Kulturen und Systeme auf die Probe stellt und gleichzeitig das Verantwortungsbewusstsein und die Innovationskraft chinesischer Unternehmen auf der Weltbühne demonstriert.
Schlüsselprojekt: GNMI-Vorstandsvorsitzender und -Geschäftsführer Su Ertian (rechts), empfängt den symbolischen Schlüssel für Susonity von Belén Garijo, Vorsitzende und CEO der Merck-Geschäftsleitung (Mitte), und Kai Beckmann, Merck-Vorstandsmitglied sowie CEO des Elektronikgeschäfts (links).
Wertschöpfung über Compliance hinaus
Für GNMI ist Verantwortung kein bloßes Lippenbekenntnis, sondern eine Entscheidungs- und Handlungsgrundlage. Angesichts der Einschränkungen der Dachlast für Solaranlagen in unserem Werk in Guangxi haben wir uns nicht mit Kompromissen zufriedengegeben, sondern das Stahldach umstrukturiert und so erfolgreich eine 5,9-MWp-Photovoltaikanlage installiert. Diese Maßnahme reduziert den CO₂-Ausstoß jährlich um über 5000 Tonnen und ist ein starkes Zeugnis unseres Engagements für den Übergang zu sauberer Energie. Die Investition geht dabei über kurzfristige finanzielle Erwägungen hinaus. Sie schafft langfristige Wettbewerbsvorteile und Widerstandsfähigkeit – ein notwendiger Schritt in eine nachhaltige Zukunft. Unsere neuen Produktionsstätten setzen sogar noch höhere Maßstäbe. Sie wurden mit fortschrittlichen Technologien und höchsten Umweltstandards gebaut, weshalb man ihnen den nationalen Titel „nationale grüne Fabriken“ zugesprochen hat.
Deckelt den CO2-Ausstoß: das Photovoltaikdach der GNMI-Produktionsstätte im Autonomen Gebiet Guangxi der Zhuang
Unternehmerische Verantwortung zeigt sich für uns auch im Schutz des täglichen Wohlergehens der Mitarbeitenden und in der Förderung von Projekten für gesunde und nachhaltige Communities. Wir haben daher ein umfassendes Betreuungssystem für unsere Angestellten geschaffen, das Kantinen, Fitnessbereiche sowie auch Angebote für das seelische Wohl umfasst. Wir wollen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr Gleichgewicht finden, körperlich wie seelisch. In Form von Spenden, der Einrichtung spezieller Werkstätten zur Armutsüberwindung durch Beschäftigung, Förderprojekte für Menschen mit Behinderung sowie Ausbildungssubventionen organisieren wir aktiv gemeinnützige Projekte und geben der Gesellschaft somit etwas zurück. So leben wir aktiv unternehmerische Sozialverantwortung.
Für das Mitarbeiterwohl ist gesorgt: Im Sommer schafft die Gewerkschaft durch Gratisgetränke zusätzliche Abkühlung.
Finanzielles Polster für den Hörsaal: GNMI unterstützt durch Firmenstipendien talentierten Nachwuchs.
Innovation als Triebkraft zur technologischen Neugestaltung
Innovation ist der Kernmotor der ESG-Philosophie von GNMI und auch die treibende Kraft für unsere kontinuierlichen Durchbrüche. Herkömmliche Perlglanzpigmente sind auf den Abbau von Naturglimmer angewiesen, was weder nachhaltig noch umweltfreundlich ist. Daher haben wir uns der Entwicklung von synthetischem Glimmer verschrieben und nach unzähligen Tests eine reinere, hitzebeständigere und umweltfreundlichere Alternative geschaffen. Diese eigene Patenttechnologie wird nicht nur in grünen Bereichen wie neuer Batterietechnik, Automobilen und Elektronikmaterialien eingesetzt, sondern treibt auch die nachhaltige Entwicklung und Transformation der gesamten Industrie voran.
Hier steckt Umweltschutz drin: von GNMI selbst entwickelter synthetischer Glimmer
Unsere Innovationsbemühungen gehen aber noch weiter. Im Bereich der Building Integrated PV (BIPV) haben wir Perlglanzpigmente eingeführt, um die Verbreitung farbiger Solarpanels zu fördern, die ästhetische Ansprüche erfüllen und gleichzeitig Energieversorgung ermöglichen. Diese innovative Praxis punktet sowohl optisch als auch funktional und beweist, dass Innovation nicht nur technologische Durchbrüche bedeutet, sondern auch die lebendige Umsetzung von ESG-Prinzipien in Geschäftsszenarien. Und das wiederum eröffnet Unternehmen neue Wachstumschancen und schafft grünen Wert für die Gesellschaft.
Farbige BIPV-Solarpanels am neuen Gebäude der CQV GmbH, eines Unternehmens von GNMI
Mit transkulturellem Denken gemeinsam zum langfristigen Erfolg
Gemeinsames Wachstum ist das zentrale Konzept der Globalisierungsstrategie von GNMI. Bei der Integration des Geschäfts von Global Surface Solutions der Merck-Gruppe (Susonity) haben wir gelernt, dass transnationale Integration nicht einfach ein „Transfer“ ist, sondern ein Prozess der Überbrückung kultureller Unterschiede, der Achtung lokaler Regeln und des Aufbaus tiefen Vertrauens. Daher haben wir Schlüsselentscheidungen getroffen: Fortführung des Kernteams, Beibehaltung der ursprünglichen Geschäftsstrukturen vor Ort, sprich in Deutschland, den USA und Japan, Einrichtung eines Integrationsausschusses mit Führungskräften aus dem Hauptsitz und den lokalen Standorten. Wir lehnen das Denken in Schablonen ab und streben nach einem Ökosystem mit gegenseitigem Nutzen für alle Seiten. Unsere Hoffnung ist es, dass chinesische und europäische Unternehmen über den Wettbewerb hinaus zu Partnern für eine nachhaltige Zukunft werden und gemeinsam weltweit den industriellen Fortschritt fördern.
Lernen zwischen den Kulturen: globale Mitarbeiterkonferenz der GNMI
Im Internationalisierungsprozess sind Marktanteile und Kapitalrenditen zwar wichtig, aber für GNMI ist es auch eine besondere Mission, dafür zu sorgen, dass chinesische Unternehmen in den globalen Wertschöpfungsketten ein gutes Image haben, dass sie für Vertrauen, Respekt und Kooperation stehen.
Wenn Solarstrom auf den Dächern intelligente Produktionslinien antreibt, synthetischer Glimmer neue Märkte für Materialien im Wert von hundert Milliarden Yuan erschließt und transkulturelle Teams Innovatives hervorbringen, sind wir überzeugt: ESG ist keine Kostenlast, sondern ein ewiger Antrieb für dauerhafte Wertschöpfung. GNMI möchte mit Verantwortung als Fundament, Innovation als Brücke und gemeinsamem Wachstum für die Zukunft globale Herausforderungen angehen. Durch verantwortungsvolles Handeln wollen wir die Entwicklungsgrundlagen festigen, durch technologische Innovation Wachstumschancen eröffnen und durch gemeinsamen Wohlstand eine nachhaltige Zukunft schaffen.
(Alle Bilder in diesem Artikel wurden zur Verfügung gestellt von GNMI.)
*Su Ertian ist Gründer, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von Global New Material International.
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