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Teekultur, antike Möbel und zauberhafte Keramiken: Kulturevent zum immateriellen Kulturerbe in Beijing

2026-03-25 10:50:00 Source:german.chinatoday.com.cn Author:
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Zur Frühlingstagundnachtgleiche gab es im Herzen der chinesischen Hauptstadt ein buntes Highlight: Am 20. März fand im „China Today Intangible Cultural Heritage Pavilion“ im Beijinger Trendviertel Sanlitun ein Kulturevent zum immateriellen Kulturerbe statt. Mehr als 50 in- und ausländische Gäste aus der Kunst- und Kulturszene sowie Wissenschaft und Medien nahmen daran teil. Durch spannende Präsentationen und Mitmachaktivitäten erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hautnah den Charme der traditionellen chinesischen Kultur. Zu den Ehrengästen zählte Zhao Lijun, Präsidentin des Europa-Afrika-Zentrums (China Heute Verlag) der China International Communications Group (CICG). He An, Generalsekretär des Wisdomology Think Tank, und Ye Xinxin, Arabisch-Expertin des Europa Afrika Zentrums, moderierten das Kulturevent. 

  

Nachtbankett im Tang-Palast 

Den Auftakt bildete die eindrucksvolle Aufführung „Nachtbankett im Tang-Palast“, bei der die Tänzerinnen und Tänzer in historischen Gewändern eine festliche Bankettszene aus der Tang-Zeit (618-907) wiederaufleben ließen und so die Zuschauer direkt in die glanzvolle Welt von vor über eintausend Jahren zurückversetzten. Ihre Performance führte den Anwesenden nicht nur die prachtvolle chinesische Hofkultur lebensecht vor Augen, sondern schuf auch eine stimmungsvolle Atmosphäre für die folgenden weiteren Programmpunkte. 

  

Im Anschluss präsentierte Liao Yingjia, stellvertretende Generalsekretärin der Abteilung für traditionelle Kultur der Chinese Culture Promotion Society, dem chinesischen und internationalen Publikum anhand einer Reihe historischer Bilddokumente die Entwicklung der traditionellen chinesischen Kleidung sowie deren kulturelle Bedeutung.


 

 In historischen Kostümen: Die Darstellerinnen und Darsteller nahmen die Anwesenden auf eine gedankliche Zeitreise in die Tang-Dynastie mit. 

  

Teekunst der Buyi-Volksgruppe 

Danach führte Luo Ziqing, die Gründerin der Teemarke „Buyi-Fee-Tee“ aus der Provinz Guizhou und Bewahrerin der Teekultur der Buyi-Volksgruppe, live eine Teezeremonie durch und lud die Gäste prompt zur Verkostung ein – sehr zur Freude aller Anwesenden. 

  

Seit Jahren widmet sich Luo der Wiederbelebung uralter Handwerkstechniken der Teeherstellung. Sie hält dieses immaterielle Kulturerbe auf den Teeplantagen in den abgelegenen Bergen Guizhous am Leben und hat ein Zentrum gegründet, wo sie Anbau, Produktion und Kulturerlebnisse miteinander vereint. Für die Teekunstmeisterin ist das Blättergebräu nicht nur ein Getränk, sondern eine Lebensphilosophie. Durch ihre Teekunst möchte sie der Welt die Poesie und das handwerkliche Können Chinas näherbringen. 

 

 

 

Kunst zum Verkosten: Teemeisterin Luo Ziqing bereitet schmackhafte Aufgüsse nach alter Tradition zu. 


  

Guqin und TCM 

Meng Xi, Überlieferer der Traditionellen Chinesischen Medizin, spielte im historischen Gewand zunächst live auf der Guqin, der chinesischen Zither, und entführte die Anwesenden mit seinen melodischen Klängen akustisch in ferne Welten. Dabei teilte Meng eine uralte Weisheit mit: „Musik ist die beste Medizin“. Die Guqin sei nicht nur ein Musikinstrument, sondern vor allem ein Werkzeug zur Selbstkultivierung, sagt er. Dies stehe im Einklang mit dem TCM-Prinzip der „Prävention vor Behandlung“ – gemeinsam verkörperten beide das chinesische Streben nach einem harmonischen Fluss der Lebensenergie. 

 

  


Beherrscht nicht nur die Guqin, sondern auch TCM: Meng Xi teilt uralte medizinische Weisheit mit den Besucherinnen und Besuchern.

Möbelkunst aus Meisterhand 

Hu Xin, Gründerin und Chefdesignerin der Marke FORHOME, teilte ihre Erfahrungen zum Thema der Bewahrung und Innovation traditioneller chinesischer Möbelkunst. In ihren modernen Designs vereint die Künstlerin alte Handwerkstechniken wie Zapfenverbindung, Schnitzkunst und Lackierarbeiten – allesamt wertvolles immaterielles Kulturerbe. 

  

Seit Jahren erforscht die Handwerksmeisterin gemeinsam mit ihrem Team die Ästhetik chinesischer Möbelstücke. Traditionelle Elemente finden in ihren Händen eine Neuauslegung und werden an moderne Lebensgewohnheiten angepasst. So entstehen Einrichtungsstücke, die östliche Eleganz mit zeitgemäßem Design vereinen. 

 

  


Möbelmacherin Hu Xin: Die Designerin erklärt, wie sie die Handwerkstechnik der Zapfenverbindung in moderne Designs einbringt. 


Keramische Meisterwerke 

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand auch eine gemeinsame Präsentation mehrerer renommierter Keramikkünstler. Keramikkunst ist eine Melange aus Feuer und Erde, während Kalligraphie und Malerei den Porzellanwerken ihre Seele einhauchen. Ma Shuoshan, Kunstexperte des Chinesischen Nationalmuseums, gewährte den Gästen Einblicke in seinen Schaffensprozess, zeigte, wie er traditionelle chinesische Malerei mit Keramik verbindet. Vor den Augen der Zuschauer entstand unter seinen geschickten Pinselstrichen ein lebendiges Kunstwerk auf einer Porzellanscheibe – eine Darbietung, die begeisterten Applaus erntete. 

 

 

 

Keramikmeister Ma Shuoshan teilt in seiner Präsentation seine Erfahrungen bei der Weitergabe des immateriellen Kulturerbes. 

  

Keramikmeister Gong Yuhui präsentierte gleich mehrere seiner persönlichen Werke und unternahm mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine gedankliche Reise durch die tausendjährige Entwicklung der chinesischen Keramikkunst – von den bemalten Töpferwaren der Yangshao-Kultur bis hin zum blauweißen Porzellan der Stadt Jingdezhen. Er beleuchtete die einzigartige Stellung der chinesischen Keramik in der Weltzivilisationsgeschichte. 

 

 

 

 Eintauchen in die Zeiten alter Keramikherstellung: Gong Yuhui gibt einen Überblick über die tausendjährige Entwicklung chinesischer Keramikkunst. 

 

Ein weiterer renommierter Keramikmeister vor Ort war Deng Li. Er hat im langjährigen internationalen Austausch hautnah miterlebt, wie unterschiedliche Kulturen Keramik auf vielfältige Weise interpretieren. Spontan lud er zwei junge Nachwuchskünstler ein, gemeinsam mit ihm eine Porzellanvase zu verzieren. Seiner Überzeugung nach sollte die chinesische Keramikkunst einerseits die Tradition bewahren, andererseits offen für fremde Einflüsse sein, um dem uralten Kunsthandwerk neues Leben einzuhauchen. 

 

 

 

 Ist schon viel herumgekommen: Deng Li spricht über seine Erkenntnisse zur Keramikkunst in China und weltweit. 

 

Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Europa-Afrika-Zentrum der CICG und dem Thinktank Wisdomology organisiert. Unter der warmen Frühlingssonne keimte der Samen des immateriellen Kulturerbes so in immer mehr Herzen auf. Wie Li Wuzhou, Vizepräsident des Europa-Afrika-Zentrums der CICG, in seiner Eröffnungsrede betonte: „Das immaterielle Kulturerbe ist ein gemeinsamer geistiger Schatz der Menschheit. China verfügt über einen reichen Schatz an solchem Kulturerbe und unser Zentrum setzt sich seit langem dafür ein, dessen Geschichten in mehreren Sprachen über diverse Plattformen Menschen in aller Welt zu vermitteln.“ Li hob hervor, dass das Kunstevent bewusst zahlreiche Überlieferer verschiedener Handwerkstraditionen sowie Künstler zusammenbringe, um der Welt durch direkten Austausch die Faszination der chinesischen Kultur näherzubringen. 

  

Mehrere ausländische Besucher äußerten vor Ort ihre große Bewunderung für Chinas immaterielles Kulturerbe und wünschten sich noch mehr solcher Erlebnis- und Austauschmöglichkeiten, um den kulturellen Dialog zwischen China und dem Ausland zu vertiefen. 

  

Der „China Today Intangible Cultural Heritage Pavilion“ sowie der „China Today Salon“ stellen zwei Markenformate für den Kulturaustausch dar, die vom Europa-Afrika-Zentrum der CICG auf Grundlage der über 70-jährigen Erfahrung im Bereich der internationalen Kommunikation der Zeitschrift „China Today“ mit großem Engagement entwickelt wurden. 

 

 

 

Gruppenfoto: Beim Kultursalon kamen Gäste aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Medien zum intensiven Austausch zusammen. 

  

Der „China Today Salon“ hat bereits in Kairo, Madrid, Jingdezhen, Macao, Shenyang und Beijing Fuß gefasst und bildet ein globales Schaufenster für chinesische Themen. Der Pavillon für immaterielles Kulturerbe wurde ins Leben gerufen, um Chinas Kulturerbe international zu präsentieren und den Kulturaustausch zu fördern. Er versteht sich nicht als statischer Ausstellungsraum, sondern als innovative Plattform für die internationale Verbreitung des immateriellen Kulturerbes. Das Projekt vereint gekonnt Ausstellungen, Austauschformate, Bildungsangebote und digitale Erlebnisse miteinander. In Zukunft sind regelmäßig thematische Ausstellungen zum immateriellen Kulturerbe, Vorführungen von Kunsthandwerkstechniken, Kulturdialoge mit dem Ausland und öffentliche Bildungsveranstaltungen geplant. 

  

Der „China Today Intangible Cultural Heritage Pavilion“ in Sanlitun, der am 23. Dezember 2025 eröffnet wurde, hat sich bereits als eine neue kulturelle Anlaufstelle etabliert. Durch Buchmessen, Themenausstellungen, Kulturdialoge und virtuelle Ausstellungen führt das Projekt Interessierten die zeitgenössische Relevanz von Chinas Kulturerbe vor Augen und liefert somit einen Beitrag zum globalen Kulturaustausch und zur Belebung der kulturellen Vielfalt. 

 

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