HOME>Spezial>Beijinger Gipfel des Chinesisch-afrikanischen Kooperationsforums 2018

Ein Signal für Afrikas Integration in die Weltwirtschaft und gegen Protektionismus

2018-09-11 09:09:00 Source:china.org Author:
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Dr. Michael Borchmann, Wiesbaden





Das Forum für Chinesisch-Afrikanische Zusammenarbeit (FOCAC) wurde am Montag in Beijing eröffnet.


In den deutschen Medien war im August dieses Jahres manches zu lesen, zu hören und zu sehen über die Reise der deutschen Bundeskanzlerin nach Afrika, ebenso über die Reise des deutschen Ministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Gerd Müller. Während im Fokus der Gespräche der Bundeskanzlerin die Rücknahme von Migranten stand, fielen die Äußerungen des Fachministers zu den Zielen der Afrika-Politik grundsätzlicher aus: Müller bemängelte, dass sich bislang nur 1000 von 3,5 Millionen deutschen Unternehmen in Afrika engagierten. Dabei hätten 42 von 54 afrikanischen Ländern im vergangenen Jahr ein höheres Wirtschaftswachstum als Deutschland gehabt. „Das zeigt, welche enorme Dynamik Afrika entwickeln kann." Und er forderte die deutsche Wirtschaft zu mehr Investitionen auf: „In den nächsten zehn Jahren wird in Afrika mehr gebaut als in ganz Europa in den letzten hundert Jahren“.

 

Als Deutschem sei mir hierzu ein Hauch von Ironie gestattet: Die deutsche Politik ist gerade dabei, Afrika zu entdecken. Aber wo immer man in Afrika auf Entdeckungsreise geht: Man wird feststellen, China ist schon da. Zur Abrundung einer Zwischenüberschrift über den Besuch der Bundeskanzlerin vor kurzer Zeit im Senegal aus dem deutschen Nachrichtenmagazin Der Spiegel: „Merkel kommt einen, Xi war gerade zwei Tage da.“

 

 

Und in der Tat: Man sagt China nach, dass dieses große Land mit einer langen und eindrucksvollen Geschichte nicht von heute auf morgen denkt, sondern in langen Zeiträumen planvoll, sensibel und vorausschauend arbeitet. Und die Afrika-Politik Chinas macht hiervon keine Ausnahme. 2000 gründete man gemeinsam mit nahezu allen afrikanischen Staaten das Forum für China–Afrika Kooperation (FOCAC), unter anderem mit der Plattform regelmäßiger Ministerkonferenzen und seit 2006 mit Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs. Zum diesjährigen Gipfeltreffen hatte Staatspräsident Xi Jinping am 3. und 4. September nach Beijing eingeladen. Thema des Gipfels: „China und Afrika: Auf dem Wege zu einer noch stärkeren Gemeinschaft mit geteilter Zukunft durch Win-win-Kooperation“.

 

Wie groß die Erwartungen und Hoffnungen in Afrika gerade auf die Kooperation mit China gesetzt werden, umschrieb die Deutsche Welle mit der Überschrift „Afrikas Führer im Rennen nach Beijing“. Und dies entsprach auch der Realität bei Eröffnung des Gipfels, des größten und bedeutendsten bisher abgehaltenen: Neben dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping und Staatsoberhäuptern bzw. Vertretern von 53 afrikanischen Ländern nahmen auch der UN-Generalsekretär António Guterres, der Kommissionsvorsitzender der Afrikanischen Union (AU), Moussa Faki, sowie Beobachter aus 27 internationalen und afrikanischen Organisationen daran teil. Welche Wertschätzung China dabei von afrikanischer Seite aus entgegengebracht wird, brachte ein führender afrikanischer Staatschef mit den Worten zum Ausdruck, dass bereits seit den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts das afrikanisch-chinesische Verhältnis durch Freundschaft, Kooperation und gegenseitigen Respekt geprägt sei. Und in den 18 Jahren seit Gründung des FOCAC habe man riesige Fortschritte erzielt. Staatspräsident Xi Jinping stellte in seiner Grundsatzrede das konkrete Konzept über Aufbau einer noch stärkeren Schicksalsgemeinschaft zwischen China und Afrika und auch Initiativen und Maßnahmen zur Verstärkung der chinesisch-afrikanischen Kooperation vor. Und diese Initiativen beschränken sich nicht auf den Wirtschaftsbereich, in dem neue Highlights mithilfe der Seidenstraßeninitiative zum Nutzen beider Seiten entstehen würden, sondern verfolgen einen umfassenden Ansatz einer weitgreifenden Partnerschaft. So werde man – so Staatspräsident Xi – nicht zuletzt etwa bilateral Kulturzentren in China und Afrika errichten, in Afrika verstärkt Konfuzius-Institute einrichten, den chinesischen Tourismus nach Afrika fördern, die Friedens- und Sicherheitszusammenarbeit ausbauen, die Kooperation mit der Afrikanischen Union vertiefen und auch den afrikanischen Staaten wirkungsvolle Hilfe bei der Bekämpfung von Terrorismus und Piraterie anbieten.Dafür werde China auch die finanzielle Unterstützung zur Verfügung stellen.

 

Dementsprechend dürfte namentlich das Seidenstraßen-Projekt in den Gipfelgesprächen einen Schwerpunkt bilden. Weltweit haben sich bereits mehr als 100 Länder und internationale Organisationen an der Seidenstraßen-Initiative beteiligt. Sie hat besonders in Afrika ein positives Echo gefunden. Kongos Präsident Denis Sassou-Nguesso, ein Gipfelteilnehmer, hat sicherlich für viele seiner Kollegen gesprochen, als er ausführte: „Die Seidenstraßen-Initiative verbindet sich perfekt mit der UN-Entwicklungsagenda 2030 über nachhaltige Entwicklung und der AU-Agenda 2063. Man kann sich vorstellen, dass dank der Seidenstraßen-Initiative Afrika bis 2063 über Infrastrukturanlagen verfügen wird, die den ganzen afrikanischen Kontinent abdecken. Meiner Meinung nach wird Afrika sich aufgrund der Seidenstraßen-Initiative in die globale Wirtschaft integrieren. Afrika wird einen wichtigen Beitrag zur Welt liefern."

 

Es lässt sich also bereits jetzt ein ungemein positives Fazit zu dem aktuellen China-Afrika-Gipfel ziehen: Die enge und engagierte Zusammenarbeit mit China verschafft den Staaten Afrikas die solide Grundlage und konkrete Perspektive eines Herauswachsens aus der bisherigen, noch von manchen strukturellen Defiziten geprägten Lage und des Aufstiegs zu einem starken Mitglied der Völkergemeinschaft. Beijing knüpfte damit nahtlos an den Gipfel von Johannesburg aus dem Jahre 2015 an, der bereits wesentliche Impulse für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Afrika gesetzt hatte. Aber darüber hinaus geht auch noch eine andere Botschaft von Beijing aus. Eine starke Botschaft für Globalisierung und Zusammenarbeit in der Welt als Gegenpol und Kontrastprogramm zu den unseligen Botschaften von jenseits des Atlantiks, die auf Spaltung, Protektionismus und die gesamte Weltgemeinschaft schädigende Handelskriege abzielen.

 

Quelle: german.china.org.cn vom 04.09.2018

 

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