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Der Fokus der vierten Auswahl im Jahre 2007 lag auf jenen Aspekten des Stadtbildes, die den Städtebau und das Leben der Bevölkerung der Hauptstadt beeinflusst hatten. Zu den zehn Wahrzeichen wählte man folgende Gebäude: Nationalstadion (Vogelnest), Westbahnhof, China National Grand Theater, die neu gestaltete Qianmen-Straße, Houhai Bar-Straße, die dritte Phase des World Trade Center, Xihuan Square, Financial Street, die CCTV-Zentrale und Zhongguancun West Zone. Unter den Top 20 befanden sich das Nationale Schwimm-Zentrum (Wasserwürfel) und das Terminal 3 des Internationalen Hauptstadt-Flughafens. Für die von Experten ausgewählten Gebäude wurden 72 841 Stimmen abgegeben. Manche Entscheidungen verursachten heftige Debatten, im besonderen die Wahl des umstrittenen Westbahnhofs. Es gab auch eine Diskussion darüber, ob die Houhai Bar-Straße als ein neues oder altes Wahrzeichen zu betrachten sei. Diese Diskussionen bereicherten das Wissen und das Interesse der Menschen für Architektur, gaben Architekten Einblicke in die ästhetischen Vorstellungen der Bevölkerung und vermehrten die Ansichten über die Architektur, die von den Architekten bei der Planung herangezogen werden können.
Beijings Architektur erregte auch international Aufsehen. In der „Liste der architektonischen Wunderwerke“ des amerikanischen Magazins „Time“ rangierte 2007 das Nationalstadion (Vogelnest) auf Platz sechs, die Zentrale des CCTV (China Central Television) nahm Platz sieben ein und das Dangdai MOMA (Wohn- und Geschäftskomplex) kam auf den achten Rang. Im Juli des gleichen Jahres setzte sich das Vogelnest in der renommierten britischen Tageszeitung „The Times“ sogar an die Spitze der Liste der „Top Ten Bauwerke der Welt“, die außerdem das Terminal 3 des Hauptstadtflughafens sowie die Zentrale des CCTV enthielt.
Die Aufmerksamkeit, die von westlichen Mainstream-Medien der chinesischen Architektur entgegengebracht wird, zeigt, dass China einen geeigneten Standort darstellt, an dem die Architektur unter zeitgemäßen Bedingungen auf das höchste Niveau gebracht werden kann. Diese beziehen sich auf gesellschaftliche Aufgeschlossenheit, die Ermutigung avantgardistischer architektonischen Konzepte, verbesserte Baumaterialien und ein höheres technologisches Niveau. Hinzu kommen noch größere Motivationen durch harten Wettbewerb in der Bauindustrie, Erhöhung des fachlichen Niveaus der einheimischen Architekten und der immer häufiger stattfindende internationale Austausch unter den Fachkollegen.
In Beijing ist der Übergang von einer industriellen zu einer postindustriellen Gesellschaft bereits vollzogen, was seine Stellung und seinen Einfluss im globalen Städtenetzwerk verstärkt. Im Jahr 2007 übertraf der Wertschöpfungsanteil des tertiären Sektors Beijings 70% und er steigt weiter. Eine postindustrielle Gesellschaft wie die in Beijing braucht und unterstützt deshalb wegweisende und innovative architektonische Kunstwerke.
Der Autor Yang Baojun ist Chefplaner an der Chinesischen Akademie für Stadtplanung |
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