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In den 1980er Jahren: Der Fernseher hielt Einzug in die Wohnzimmer
Mit der Einführung der Reform und Öffnungspolitik wurde das Nachtleben in den 1980er Jahren wieder belebt. Ein wichtiges Programm für viele junge Leute, die während der Kulturrevolution ihre höhere Bildung versäumt hatten, war die Fortbildung durch Kurse an einer Fernseh-Hochschule oder Abendhochschule. Das Radiohören war für viele Englisch-Liebhaber, die neugierig auf den Rest der Welt waren, ein wichtiges abendliches Vergnügen.
Ein Stelldichein in einem Park war damals sehr populär. „Am Abend waren die Parks voll von Liebespärchen, weil ihnen keine anderen Stätten zur Verfügung standen. Heutzutage hat man die Qual der Wahl: Cafés, Bars, Diskotheken, Kinos oder Teehäuser sind beliebte Treffpunkte für junge Verliebte. In jener Zeit aber war es sehr schwer, auch nur einen freien Sitzplatz zu finden. Es hieß, dass auf jeder Bank am Bund in Shanghai immer zwei Liebespaare saßen, die sich umarmten und küssten, ohne die Nachbarn auf derselben Bank zu stören, die sie wahrscheinlich gar nicht mal wahrnahmen. „Ich rief auf, mehr Plätze für junge Leute zu schaffen, wo sie sich ungestört umarmen und küssen konnten“, forderte der berühmte Schriftsteller Wang Meng, ehemaliger Kulturminister, auf.
Die Verbreitung von Fernsehern veränderte vollkommen das Nachtleben der 1980er Jahre. Im Jahr 1966, in dem sich die Amerikaner bereits im „Zeitalter des Farbfernsehens“ befanden, wurden auf dem chinesischen Festland lediglich 12 000, und zwar Schwarzweiß-Fernseher gezählt. Der Fernsehapparat gehörte für einen ziemlich langen Zeitraum zu jenen Luxusgütern, die sich nur die Arbeitseinheiten und wenige Haushalte leisten konnten. Selbst in den 1980er Jahren wurden die Fernseher immer noch gegen Bezugsscheine angeschafft. Das heißt, dass man einen Fernseher nicht einfach kaufen konnte, auch wenn man genügend Geld hatte. Eine Ausnahme machten die Leute, die ins Ausland gingen. Sie konnten nach ihrer Rückkehr mit „Devisenwechselscheinen“ in der landesweit einzigen Servicestelle für Auslandsreisende in Beijing ausländische elektrische Haushaltsgeräte, wie zum Beispiel Kühlschränke, Farbfernseher und Waschmaschinen, kaufen.
„Anfang der 1980er Jahre kaufte unsere Dorfgrundschule den ersten Schwarzweiß-Fernseher, was damals eine Sensation in unserem Dorf auslöste“, erinnert sich He Juncheng, der in einem Dorf in Weihai, Provinz Shandong, aufgewachsen ist. „Die Dorfbewohner gingen täglich nach dem Abendessen auf den Schulhof zum Fernsehen. Es gab nur ein oder zwei Kanäle, aber alle waren höchst vergnügt. Sogar die Werbeslogans konnten alle auswendig aufsagen“. In den 1990er Jahren wurde das Dorf dem Kabelfernsehen angeschlossen und man konnte erheblich mehr Fernsehprogramme empfangen. Fast alle Familien hatten nun ihren eigenen Fernsehapparat und es war deshalb sehr selten geworden, dass mehrere Familien vor einem Fernseher saßen.
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