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Für viele Senioren aus der Generation von Fang Hongbo ist ein Lebensabend ohne die Fürsorge des eigenen Nachwuches an der Seite undenkbar. Fang wurde kurz nach Gründung des Neuen China 1949 geboren. Sie gehört zu einer Generation, die viel erlebt hat auf Chinas Weg zur aufstrebenden Großmacht. In frühster Kindheit litten die Menschen drei Jahre lang unter Naturkatastrophen (1958–1961), in der Jugendzeit folgten zehn Jahre „Kulturrevolution" (1966–1976). Als Fang in der Mitte ihres Lebens stand, sich nach Stabilität und Sicherheit sehnte, wagte China den Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft. Viele ihrer Altersgenossen verloren ihren Arbeitsplatz. Und heute treffen sie die Folgen der fortschreitenden Urbanisierung: Ihr einziges Kind, ihre einzige Hoffnung, hat sie verlassen, um in der Metropole Beijing ihren Träumen nachzujagen.

„Unsere Generation hat viel Dramatisches erlebt", sagt Fang. „Die Generation meiner Tochter weiß nicht, was es heißt, Hunger zu leiden. Wie soll sie unsere Verunsicherung nachvollziehen können?"

„Natürlich wissen wir, dass wir unserer Tochter viele Umstände bereiten werden, jetzt da wir hier in Beijing sind", räumt sie ein. „Und wir haben den Eltern unseres Schwiegersohnes gegenüber auch ein schlechtes Gewissen, dass wir ihn so beanspruchen. Aber wir wissen auch keine bessere Lösung."

Eine Alternative wäre natürlich der Weg in ein Pflegeheim. Viele Chinesen lehnen diese Möglichkeit allerdings entschieden ab, der Gang ins Altenheim ist mit großer Scham und verletzten Gefühlen verbunden. „Man steht doch als Versager da, wenn sich im Alter nicht mal die leiblichen Kinder um einen kümmern wollen", beschreibt Fang den Gesichtsverlust. Hinzu kommt, dass es in China noch immer an ausreichenden Altenheimplätzen mangelt. Nach einem Bericht der Nationalen Kommission für Seniorenangelegenheiten, haben landesweit rund zwölf Millionen Senioren in Erwägung gezogen, ins Pflegeheim zu ziehen. Das Ministerium für Zivile Angelegenheiten zählt im ganzen Land allerdings nur 38 000 Pflegeheime, mit einer Kapazität von 2,1 Millionen Betten. Staatliche Pflegeheime räumen normalerweise Behinderten, Alleinstehenden oder Menschen mit niedrigem Einkommen den Vorrang ein.

Eine der vorrangigsten Aufgaben in der Periode des 12. Fünfjahresplanes (2011 – 2015) sei die Erweiterung der Kapazitäten im Bereich der Altersversorgung, erklärt Li Liguo, Minister für zivile Angelegenheiten. Um dies Ziel zu erreichen, will die Regierung einerseits die staatlichen Investitionen erhöhen, andererseits die Gründung privater Pflegeeinrichtungen noch attraktiver machen. Schätzungen des Ministeriums für Zivile Angelegenheiten gehen davon aus, dass die Zahl der älteren Bevölkerung voraussichtlich 2050 einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Der Marktwert des Industriezweigs Altersversorgung wird dann um die 80 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 9,7 Milliarden Euro betragen.

Zhu Fengbo, Vorstandsvorsitzender der Beijing Sun City Group, hat das riesige Potential des Industriezweigs erkannt und engagiert sich seit längerem in diesem Bereich. Bereits im Jahr 2001 gründete er in der nördlichen Vorstadt Beijings das Seniorenheim „Sonnenstadt". Heute ist es das größte privat betriebene Altenheim der Hauptstadt, mehr als 2000 Senioren leben hier. In der „Sonnenstadt" gibt es einen eigenen Supermarkt, ein Kaufhaus und auch ein kleines Krankenhaus. Das einzige, was die Siedlung von einem normalen Wohnviertel unterscheidet, ist, dass hier ausschließlich Senioren leben.

Die Wohnungen in der „Sonnenstadt" können gekauft oder auch gemietet werden. Der Preis liegt bei 15 000 Yuan pro Quadratmeter, umgerechnet rund 1800 Euro, und ist damit höher als der Wohnungspreis in den umliegenden Wohnvierteln. Die Miete für ein Standard-Zimmer liegt bei 2300 bis 3800 Yuan pro Monat (rund 280 bis 460 Euro), hinzu kommen eventuelle Kosten für medizinische Betreuung.

Der pensionierte Busfahrer Chang Juncheng hat hier ein Standard-Zimmer gemietet. Er sei aus emotionalen Gründen hierher gekommen, erzählt der 66-Jährige. „In der Stadt fühle ich mich oft einsam. Meine Kinder sind beruflich sehr beschäftigt und können mich nicht häufig besuchen. Hier leben viele Senioren, mit denen ich mich austauschen kann. Sonst würde ich den ganzen Tag nur fernsehen", sagt er.

Zhu preist seine „Sonnenstadt" als Vorbild für die Entwicklung der chinesischen Altersvorsorge. „Das Projekt hat eines der größten Probleme der Einzelkindergeneration gelöst: Wir schaffen einen Ausgleich zwischen der Karriere der Kinder und der Pflege ihrer Eltern", erklärt Zhu.

Der Familienverband werde jedoch immer an erster Stelle stehen und könne nicht einfach durch Altenheime ersetzt werden, wendet der Soziologe Zhou Xiaozheng ein. Für Senioren sei die seelische Stütze viel wichtiger als der eigentliche Wohnsitz. Dem stimmt auch Chang Juncheng zu: „Das, was wir Senioren am meisten brauchen, ist die Liebe und Pflege unserer Kinder."

 *Die Autorin ist Redakteurin bei China features.

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