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Die Handelskammer wächst vom zarten Pflänzchen zum schützenden Baum

 

Im Januar 2009 wurde die erste Shoppingmall der berühmten Wenzhouer Markenwaren auf dem Maiguo-Shidai-Platz der Stadt Tianjin eröffnet. 20 bekannte Marken wie Kenol, Aukang, Jodon, Red Gragonfly machten gemeinsam einen glänzenden Auftritt.

 

Die Eröffnung der Shoppingmall gilt als eine wichtige Maßnahme zur Begegnung der Finanzkrise. Die Handelskammer der Wenzhouer möchte damit den Binnenmarkt in China erobern. Weil die Finanzkrise exportorientierte kleine und mittlere Unternehmen in Wenzhou schwer getroffen hat, kamen die Handwerkskammer und Gewerbevereinigungen von Kleidung, Schuhen und Feuerzeugen mit der Regierung und den Unternehmen in Wenzhou zusammen und diskutierten über eine Lösung. Die Lösung lautet: 100 Shoppingmalls der berühmten Wenzhouer Markenwaren sollen innerhalb von zwei Jahren in chinesischen Großstädten gegründet werden.

 

Die 5. Jahrestagung der Wuzhouer Handelskammer mit ihren landesweiten Filialen und Gewerbevereinigungen

 

Davon profitieren die Bekleidungsunternehmen. Lin Anming, Inhaber der Kleidungsmarke „LINZHONGNIAO“, ist optimistisch: „Allein bei dem jetzigen Frühlingsschlussverkauf haben wir schon mehr Kunden als vorher. Mit der Präsentation neuer Sommerkollektionen werden immer mehr Kunden angezogen und das Verkaufsvolumen klettert ständig nach oben.“ Jetzt plant Lin Anming, den Markt in Nordchina zu erschließen.

 

„Die Handelskammer und ihre Filialen sind das scharfe Schwert der Wenzhouer, wenn sie auf dem Geschäftskampfplatz auf andere Konkurrenten treffen. Mit Hilfe von Handelskammern können alle Geschäftsleute aus Wenzhou an den Informationen und Ressourcen teilhaben. Wir helfen untereinander und bringen uns gegenseitigen Nutzen. Kosten und Risiken können gesenkt werden“, sagte Wang Xinfu. Die Geschäftsleute anderer Regionen beneiden die Wenzhouer sehr um ihre Handelskammer. Auf der Internationalen Optikmesse MIDO in Mailand im Jahr 2006 bekamen die 80 Wenzhouer Unternehmen Stände am Hauptflur neben dem Haupteingang. Nicht zuletzt aufgrund dieser günstigen Lage schlossen die Wenzhouer auf dieser Messe Verträge im Wert von 40 Millionen Dollar. Yang Xumai, stellvertretender Generalsekretär der Wenzhouer Optikgewerbevereinigung bestätigt, dass eine von der Handelskammer organisierte Geschäftsdelegation bei der Teilnahme an einer Messe den Vorzug genießt, mehr Stände in günstiger Lage buchen zu können. Es ist nur zu verständlich, dass Optikunternehmen aus der Provinz Jiangsu nächstes Mal in die Delegation der Wenzhouer aufgenommen werden und zusammen mit ihnen an der Messe teilnehmen wollen.

 

„Die Schutzfunktion der Handelskammer zeigt sich auch bei der Konfrontation in internationalen Handelsstreitigkeiten“, betont Wang Xinfu. Ein Beispiel: Im Jahr 2002 leitete die EU gegen Feuerzeuge aus Wenzhou ein Anti-Dumping-Verfahren ein. In Begleitung von Beamten aus dem Ministerium für Außenwirtschaft und wirtschaftliche Zusammenarbeit (jetzt das Handelsministerium) machten drei Mitglieder des Wenzhouer Rauchgeräteverbandes, inklusive dessen Verbandsvorsitzender Li Jian, eine Lobby-Reise in die Mitgliedsstaaten der EU. Sie traten mit den Standardisierungsbehörden und den Verbraucherschutzvereinen in Kontakt und hielten Konsultationsrunden mit den europäischen Importeuren ab. Das war das erste Mal, dass chinesische Unternehmen im Namen der nichtstaatlichen Handelskammer aktiv internationalen Handelstreitigkeiten begegneten.

 

Im Juli 2003 hat die EU das Anti-Dumping-Verfahren gegen chinesische Feuerzeuge mit Metallgehäuse eingestellt. Die Wenzhouer Handelskammer hat selber 2 Millionen Yuan gesammelt und für den Prozess ausgegeben. Der Gewinn dieses Prozesses sei der Wenzhouer Handelskammer zu verdanken, sagte Zhou Dahu, Vorsitzender des Wenzhouer Rauchgeräteverbandes. „Weil es um die ganze Branche ging, haben die einzelnen Unternehmen darauf verzichtet, alleine zu kämpfen. Die Handelskammer dagegen bringt die vereinzelten Unternehmen zusammen. Die Branche kann somit als eine Einheit mit konzentrierter Kraft vertreten werden. Dies hat eine Vorbildfunktion für die kleinen und mittleren Privatunternehmen.“

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