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Umstrukturierung der Bekleidungsindustrie in Wenzhou Von Tan Xingyu
Obwohl die Bekleidungsindustrie in Wenzhou weniger vom Export abhängt als die im Perlflussdelta, ist sie auch von den schweren Auswirkungen der gegenwärtigen Finanzkrise betroffen. „Die negativen Auswirkungen sind immer noch nicht abgeflaut“, sagte Zheng Chen’ai, Präsident der Gewerbevereinigung für die Bekleidungsindustrie der Stadt Wenzhou. So wurden beispielsweise am Ende des letzten Jahres im Ouhai-Bezirk, wo sich die Hersteller für Anzüge konzentrieren, drei Betriebe innerhalb eines Tages geschlossen. Allerdings zeigten die Daten auch, dass im März dieses Jahres die Ausfuhr von Kleidung und Zubehör sich auf 78,78 Millionen US-Dollar belief, was einen Anstieg um 32,26% gegenüber dem gleichen Monat im vergangenen Jahr und auch einen Anstieg um 114% gegenüber dem Monat Februar bedeutet. Die Bekleidungsindustrie ist eine der fünf Säulen von Wenzhou, die anderen vier sind die Elektrogeräte-, Leder-, Verpackungs- und Druckindustrie sowie die Möbelindustrie. Zur Zeit gibt es in Wenzhou mehr als 2500 Bekleidungsunternehmen, darunter aber nur 290, die einen größeren Umfang besitzen. Im Jahr 2008 betrug der Jahresproduktionswert der Bekleidungsindustrie in Wenzhou mehr als 40 Milliarden Yuan, und die Ausfuhr von Kleidung und Zubehör belief sich auf 1,229 Milliarden US-Dollar.
85 Prozent der lokalen Hersteller stehen am unteren Ende der industriellen Fertigungskette In der Wirtschaftskrise handelt es sich bei den Unternehmen, die unterbeschäftigt sind oder Bankrott machen, „vor allem um kleine und mittlere Unternehmen, die keine Fähigkeiten zur technischen Erneuerung besitzen. Brechen die Aufträge weg, ist die Insolvenz absehbar“, sagte Zheng Chen’ai. Zheng wies darauf hin, dass sich die Bekleidungsindustrie in Wenzhou ab dem Jahr 2003 nur schleppend entwickelt hat. Die Schwierigkeiten, mit denen die Bekleidungsindustrie in Wenzhou konfrontiert ist, liegen in den Besonderheiten dieses Standortes begründet. Zum einen besitzt Wenzhou keine günstige Umgebung für die Entwicklung der Bekleidungsindustrie: es mangelt an Bodenressourcen und Kapital, auch die Regierung gewährt ihr keine genügende Unterstützung. Zum anderen gibt es in der Stadt keinen großen und spezialisierten Handelsmarkt für die zahlreichen kleinen und mittleren Hersteller, die bis heute noch über keine eigenen Vertriebskanäle verfügen. Viele von ihnen sind auf die Großhandelsmärkte für Bekleidung in Keqiao und Yiwu in der Provinz Zhejiang angewiesen. Nach Ansicht von Herrn Zheng sind die schwache Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen und auch eine schlechte Industriestruktur die zentralen Probleme der lokalen Bekleidungsindustrie. „85% der lokalen Hersteller stehen am unteren Ende der industriellen Fertigungskette“, so Herr Zhang. Entwicklung in der Finanzkrise „Von den negativen Auswirkungen der gegenwärtigen Finanzkrise ist vor allem der Luxuskonsum betroffen, was aber der Entwicklung von Qualitätswaren zu mäßigen Preisen eine günstige Gelegenheit bietet. Beispielsweise finden jetzt die Schuhe aus Wenzhou in den USA einen guten Absatz. Das gleiche gilt auch für die Kleidung“, sagte Cai Huantian, Leiter der Abteilung Außenhandel der Gewerbevereinigung für die Bekleidungsindustrie der Stadt Wenzhou. Eine Überlegenheit der Bekleidungsindustrie in Wenzhou liegt in ihrer Fähigkeit zur Produktion und Verarbeitung von Markenprodukten. Viele weltbekannte Topmarken wie Versace und Armani sind OEM (Original Equipment Manufacturer)-Produkte aus Wenzhou. Die Unternehmen in Wenzhou sind in der Lage, Qualitätswaren zu erschwinglichen Preisen zu produzieren, günstigere Preis-Leistungsverhältnisse anzubieten und konkurrenzfähiger auf dem Markt zu werden. In der Vergangenheit hat die Regierung keinen großen Wert auf die traditionellen Industriebranchen wie die Bekleidungsindustrie gelegt. Auch hatten die Bekleidungsunternehmen große Schwierigkeiten, Bankdarlehen zu erhalten. Aber jetzt zeigt die Regierung ein wachsendes Interesse, da die Bekleidungsindustrie eine wichtige Quelle von Arbeitsplätzen bilden kann. Anfang dieses Jahres hat der Staatsrat einen Plan zur Umstrukturierung und Wiederbelebung der Textilindustrie bekannt gegeben und eine Reihe Maßnahmen wie zur Abstimmung der internationalen und nationalen Märkte, Förderung der technologischen Modernisierung, Entwicklung der eigenen inländischen Marken sowie Optimierung der Industriestruktur durchgeführt. Vor allem wurden der Bekleidungsindustrie mehr Steuerbegünstigungen und finanzielle Unterstützungen gewährt, beispielsweise ist die Rückvergütungsrate beim Export von Textilwaren von 14% auf 15% gestiegen. Der Anstieg von 11% im Jahre 2008 auf aktuelle 15% hatte eine Erhöhung des Rückvergütungsvolumens der Bekleidungsindustrie in Wenzhou um 330 Millionen Yuan zur Folge – eine Einsparung, die nach Einschätzung von Cai Huantian den Exportdruck vermindern, der Wiederbelebung der Textilbranche dienen und die Beschäftigung fördern wird. |
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