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„China gibt unserem Land eine Entwicklungsperspektive“ – Ein Exklusivinterview mit Shaukat Aziz, dem ehemaligen Premierminister Pakistans

28-12-2017

 

Von Zhang Hui

Im Oktober 2017 fand der 19. Parteitag der KP Chinas in Beijing statt. Ein politisches Großereignis, das nicht nur die Aufmerksamkeit der chinesischen Öffentlichkeit auf sich gezogen hat, sondern auch die des Auslandes. Shaukat Aziz, der ehemalige Premierminister Pakistans, nahm am 16. November am internationalen Think-Tank-Symposium zum Thema „Der Parteitag der KP Chinas: Bedeutungen für Chinas Entwicklung und die Welt“ in Beijing teil. Er erklärte: „Der jüngste Parteitag der KP Chinas war von großer Bedeutung, weil er Chinas Zukunftsvision entworfen hat.“

Was die Außenpolitik anbelange, lege China großen Wert auf Zusammenarbeit, die Schaffung einer Win-win-Situation und die Vertiefung der Beziehungen zu seinen alten Freunden, so der ehemalige Premier. „Darüber hinaus hat China zugesichert, anderen Entwicklungsländern, darunter auch Pakistan, bei ihrer Entwicklung unter die Arme zu greifen.“ Neben Aziz nahmen zahlreiche weitere ehemalige politische Führungspersönlichkeiten und Think-Tank-Experten aus insgesamt 31 Ländern und Regionen an dem Symposium in Chinas Hauptstadt teil.

Besonders die Initiative zum Aufbau der neuen Seidenstraße zog bei dem Zusammentreffen die Aufmerksamkeit der ausländischen Experten auf sich. Sie hat oberste Priorität in Chinas Bestrebungen nach einer umfassenden Öffnung nach außen. „Ich halte dieses Vorhaben für eine großartige Initiative, die die Entwicklung der ganzen Welt vorantreiben wird“, erklärte Aziz im Interview mit „China heute“. Die von Chinas Staatspräsidenten Xi Jinping aufgestellte Initiative habe historische Bedeutung und weitreichenden Einfluss und werde die Welt grundlegend verändern, so der ehemalige Premier. Darüber hinaus werde die Initiative eine neue Art der Konnektivität zwischen den Ländern entlang der neuen Seidenstraßen schaffen.

„Die ganze Welt schenkt dieser Initiative größte Aufmerksamkeit, da sie das Schicksal einiger Länder maßgeblich verändern dürfte“, sagte Aziz. „Der Aufbau des Wirtschaftsgürtels Seidenstraße sowie der neuen maritimen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts wird die Infrastruktur und die Anbindung zwischen den Ländern entlang den Routen stark verbessern, was die regionale Wirtschaft beflügeln dürfte.“ Neues Wirtschaftswachstum erhöhe letztlich den Lebensstandard der Menschen und helfe, die Armut zu überwinden, so Aziz’ Hoffnung.

Pakistan sei einer der großen Nutznießer der Initiative, betonte Aziz. Die Umsetzung der Seidenstraßen-Initiative habe tief greifende Auswirkungen auf sein Land. „Pakistan wird von den Projekten im Rahmen dieser Initiative stark profitieren. Eine gute Infrastruktur, gut ausgebildete Menschen und neue Investitionen bringen selbstverständlich Wirtschaftswachstum. Darüber hinaus haben die angestoßenen Projekte schon heute viele Arbeitsplätze für die Pakistaner und eine bessere Entwicklungsperspektive für unser gesamtes Land geschaffen.“ Die von China vorgeschlagene Jahrhundert-Initiative sei eine echte Win-win-Kooperation, ohne versteckte Nebenbedingungen, so der Ex-Premier. „Das ist auch genau der Grund, warum wir den Vorstoß alle begrüßen und unterstützen.“

Was die konkreten Auswirkungen der Seidenstraßen-Initiative auf Pakistan betrifft, erklärte Aziz: „Das Vorhaben ist in Pakistan weitläufig bekannt und die Pakistaner sind China sehr dankbar für den Bau neuer Straßen, Kraftwerke und anderer Infrastruktureinrichtungen. In Pakistan sind heute viele chinesische Unternehmen präsent und auch viele Chinesen zu sehen. Wir begrüßen die Firmen und Experten aus China ausdrücklich, da unser Land die Investitionen dringend benötigt. Mit der Umsetzung der Initiative verbessert sich die Lebensqualität der Menschen in Pakistan merklich.“

Die Beziehungen zwischen China und Pakistan seien in jüngster Vergangenheit stetig enger geworden. „Wir sind eng aufeinander abgestimmt und vertreten beide eine Außenpolitik, die auf Frieden, Entwicklung, Kooperation und gemeinsamem Gewinn fußt. Hier stehen wir fest zusammen“, so der ehemalige Premierminister.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping rief in seinem Parteitagsbericht im Oktober die Menschheit zum Aufbau einer Schicksalsgemeinschaft auf. Ein Vorschlag, den Aziz ausdrücklich begrüßt: „Es handelt sich hier um ein sehr praktisches und effektives Konzept. Nur wenn alle Menschen eine gemeinsame Zukunft haben und der Erfolg des einen auch den Erfolg des anderen bedeutet, können alle friedlich zusammenleben. Dann werden gegenseitige Hilfe und Respekt an die Stelle von brutaler Konkurrenz und Konflikten treten. Und dies ist meines Erachtens eine Garantie für nachhaltigen Frieden. Frieden und gegenseitiger Respekt sind für mich eng miteinander verbunden.“

Als langjähriger China-Freund verbindet Shaukat Aziz viele persönliche Erfahrungen mit den großen Veränderungen, die das Land erlebt hat. „Als ich vor 25 Jahren, also in den 1990er Jahren zum ersten Mal nach China kam, gab es hier nur wenige Autos. Damals war das Fahrrad das wichtigste Verkehrsmittel der Chinesen. In der Nacht herrschte in den Straßen gähnende Leere“, erinnert sich Aziz. Inzwischen habe das Land große Veränderungen erlebt. „Heute ist China ein Land mit großem Einfluss in der Welt, das seine eigenen Marken erfolgreich auf dem internationalen Markt positioniert. All dies sind Fortschritte, die letztlich dem effektiven System und der guten Politik Chinas sowie der weisen Führung durch die KP Chinas zu verdanken sind.“

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