Wenn Sie schon immer davon geträumt haben, einen ganzen Tag in einer Welt aus bunten Bausteinen zu verbringen, dann auf nach Shanghai! Denn hier findet sich das derzeit größte Legoland der Welt – und das erste seiner Art in China. Seit der Eröffnung am 5. Juli bricht der Park Rekorde: An vielen Tagen waren die Tickets restlos ausverkauft, die Tagesbesucherzahlen erreichten immer neue Höhen. Mit seinen vielfältigen Events und interaktiven Fahrgeschäften trifft der neue Themenpark offensichtlich einen Nerv beim chinesischen Publikum. Innerhalb weniger Monate hat sich das Legoland Resort zu einem neuen Wahrzeichen Shanghais gemausert.
Top-Destination für Familien
Das Legoland Shanghai erstreckt sich über eine Fläche von gut 32 Hektar und liegt im Shanghaier Bezirk Jinshan, in unmittelbarer Nähe der historischen Wasserstadt Fengjing. Der Vergnügungspark ist das insgesamt elfte Legoland Resort weltweit.
Die kunterbunte Steinewelt ist dabei speziell auf Familien mit Kindern im Alter von zwei bis zwölf Jahren zugeschnitten und bietet in acht faszinierenden Themenbereichen mehr als 75 interaktive Fahrgeschäfte, Shows und Attraktionen sowie Tausende von Nachbildungen aus Lego. Die Zahlen aus den ersten Betriebsmonaten belegen, dass das Angebot den Geschmack der chinesischen Zielgruppe trifft: Fast 86.000 kleine Nachwuchsfahrerinnen und -fahrer haben seit der Eröffnung im Sommer die „Junior-Fahrschule“ im Park absolviert. Die Achterbahnen legten insgesamt 18.000 Kilometer zurück, was einer halben Erdumrundung entspricht. Und die Wasserwelt „Strandparty“ bescherte rund 67.000 Kindern Abkühlung an heißen Sommertagen.
Chen Jie, Generalmanagerin des Legoland Resorts Shanghai, sagt, man habe den Park von Anfang an auf die Bedürfnisse von Familien ausgerichtet. „Sicherheit, Komfort und höchste Zufriedenheit haben für uns dabei oberste Priorität“, unterstreicht sie. Dank mehrfacher Optimierungen der Abläufe habe man die Wartezeiten bei beliebten Attraktionen auf unter eine Stunde verkürzen können. Gleichzeitig hätten Besucher die Fahrgeschäfte im Durchschnitt fast neunmal täglich nutzen können, sagt sie. „Unser Ziel ist es, Familien unvergesslichen Spielespaß zu bieten.“
Dass sich ein Ausflug in den Themenpark lohnt, scheint sich herumgesprochen zu haben. Dank positiver Mund-zu-Mund-Propaganda hat sich das Legoland Resort zu einer der beliebtesten Wochenend-Destinationen für Familien in China aufgeschwungen. Das direkt an den Themenpark angeschlossene Hotel rangiert bereits weit vorne unter den Top-Familienhotels in Shanghai. „In den Themenzimmern fühlt man sich wirklich wie in einer kleinen Legowelt“, sagt zum Beispiel Frau Li, Mutter eines siebenjährigen Jungen, die aus Suzhou in Jiangsu angereist ist. „Für uns ist es das perfekte Hotel. Von hier aus kann sich mein Sohn sofort nach dem Frühstück ins Abenteuer stürzen“, so ihr Fazit.
Wo Menschen wie Spielzeuge wirken: Ein Blick auf eine riesige Lego-Figur im Legoland Resort Shanghai.
Chinoiserie wohin man schaut
Wer durch das Legoland Shanghai spaziert, entdeckt zwischen den vielen bunten Figuren auch überraschend viele chinesische Akzente. Im Themenbereich „Mini World“ etwa können Besucher an nur einem Tag quasi ganz China bereisen: von der Großen Mauer in Beijing über die futuristische Skyline des Shanghaier Finanzviertels Lujiazui bis zum malerischen Hangzhouer Westsee und der Sternwarte am Zijinshan in Nanjing – alles akribisch nachgebaut in unzähligen kleinen Legosteinen. Auch die historische Altstadt Fengjing in der Nähe des Parks wurde in die bunte Legowelt übertragen: Traditionelle Wohnhäuser aus der Qing-Dynastie und Steinbrücken über Kanälen vermitteln die einzigartige Baukultur Jinshans. Kinder quietschen begeistert, wenn sie bekannte Bauwerke wiedererkennen, und auch die Erwachsenen staunen angesichts der Detailtreue der Nachbildungen.
Replikat der Verbotenen Stadt: Vor den majestätischen Palasthallen aus Tausenden von Legosteinen tummeln sich sowohl Besucher aus Plastik als auch aus Fleisch und Blut. (Foto: Wang Ruying)
Ein weiteres Highlight ist der Themenbereich „LEGO Monkie Kid“, der vom chinesischen Klassiker „Die Reise nach Westen“ inspiriert ist. Im nachgebildeten Huaguo-Gebirge warten die Besucher auf ein geheimnisvolles Schiff, das sie auf ein Abenteuer zu alten Ruinen entführt. Und nur einen Steinwurf entfernt bringt die „Laternenfahrt“ die Touristen hoch in den Himmel, wo sie die legendäre Kraft des „Jade-Drachen“ spüren können. Neben den Themenfahrten können die Besucher im Bricktopia-Theater außerdem die weltweit erste Bühnenaufführung des „Kampfes am Huaguo-Gebirge“ genießen. Die Kleinsten können bei der Mitmach-Performance sogar selbst dabei helfen, den Berg vor der Invasion des Stierdämonenkönigs zu schützen.
Neben den regulären Shows überrascht das Legoland Shanghai seine Gäste auch zu besonderen Anlässen. So feierte der Park im Eröffnungsjahr etwa das chinesische Mondfest mit einem großen Event, bei dem Familien die einmalige Gelegenheit hatten, Mondkuchen, Jadehasen und Pfirsiche aus Legosteinen zusammenzubauen. Das bot dem Nachwuchs die Chance, die traditionellen Festsymbole auf spielerische Weise neu kennenzulernen, die eigene Kreativität zu entfalten und wertvolle Zeit mit der Familie zu verbringen.
Auch im Lego-Format ein Hingucker: Im Park begegnen die Besucher immer wieder auch dem legendären Affenkönig Wukong. (Foto: Wang Ruying)
Lässt sich der Lego-Hype auch in nachhaltig positive Impulse für den gesamten Kultur- und Tourismussektor in Shanghai umwandeln? Diese Frage beschäftigt natürlich die Verantwortlichen in den lokalen Behörden. Lu Jiaying, stellvertretende Direktorin des Kultur- und Tourismusbüros des Bezirks Jinshan, sagt hierzu: „Wir arbeiten daran, mit ausgewählten Tourismusrouten die Aufenthaltsdauer der Reisenden bei uns im Bezirk zu verlängern und so die Übernachtungszahlen insgesamt noch einmal zu erhöhen. Dazu verknüpfen wir den Park mit umliegenden Attraktionen wie der Altstadt Fengjing.“ Nachdem die Besucher die spielerische Magie des Parks erlebt hätten, könnten sie so in den zeitlosen Charme dieser historischen Stadt eintauchen. „Das Zusammenspiel von verspielter Fantasie und historischem Flair macht einen Besuch letztlich noch unvergesslicher“, sagt sie.
Außerdem kooperiere die Behörde mit Taxi-Plattformen, die spezielle Kombifahrten zum Legoland und anderen Attraktionen im Bezirk Jinshan anböten, sagt Lu. Ziel sei es, den Besuchern ein Gesamterlebnis mit Wohlfühlfaktor zu bescheren. Zwischen dem Resort-Hotel und der Altstadt Fengjing verkehrten mittlerweile täglich drei Shuttle-Busse. „Wir wollen den Boom des Legolands in einen nachhaltigen Besucherzustrom verwandeln und so die integrierte Entwicklung von Kultur, Tourismus und Handel in der gesamten Region vorantreiben“, sagt die Verantwortliche.
Dieses aus Legosteinen erbaute alte Wasserdorf können Besucher im Themenpark zu Fuß oder per Boot erkunden. (Foto: Wang Ruying)
Mit dem Rückenwind Shanghais zum Erfolg
Nach Disneyland hat nun also auch das größte Legoland der Welt seine Tore in Shanghai eröffnet. Damit ist die Metropole offiziell zu einem Hotspot für internationale Themenparkbetreiber geworden. Warum aber entscheiden sich die Investoren gerade und wiederholt für Shanghai?
Generalmanagerin Chen Jie sagt: „Shanghai steht eben ganz klar für Offenheit und Inklusivität. Es ist eine Stadt der Vielfalt. Die Marke Lego wiederum steht für grenzenlose Möglichkeiten. Daher bin ich der Auffassung, dass die Ansiedlung von Lego in Shanghai eine äußerst wertvolle Gelegenheit ist, die kreative Kraft der Marke hier sichtbar zu machen.“ Darüber hinaus schätze die Lego-Gruppe das Geschäftsumfeld der Metropole sehr, sagt sie. Das gute Umfeld sei ein wesentlicher Grund, weshalb dieses Projekt zuerst in Shanghai umgesetzt werden konnte.
Chen verweist darauf, dass der Themenpark von Anfang an im Wind der „Shanghai-Geschwindigkeit“ gesegelt sei, von Beginn der Verhandlungen bis zur offiziellen Eröffnung. „Schon ab der administrativen Genehmigung erhielten wir kontinuierlich starke Unterstützung von der Stadt und der Bezirksregierung. Zahlreiche grüne Kanäle haben es uns ermöglicht, das Projekt am 5. Juli 2025 planmäßig und reibungslos zu eröffnen.“
Zudem habe die Regierung des Bezirks Jinshan während der Bau- und der Betriebsphase jeweils spezielle Organisationsteams zusammengestellt: „Ein Team unterstützte uns in der Umsetzungsphase und half, Hürden im Bauprozess zu nehmen. Ein weiteres Team begleitet uns nun in der Betriebsphase mit umfassender Unterstützung. So können wir uns als Betreiber vollständig auf den Park konzentrieren, während die Behörden die externe Koordination und die Ressourcenzuweisung übernehmen“, lobt Chen.
Dank des Legolands strömen nun auch mehr Besucher in den Bezirk Jinshan. „Der Vergnügungspark wirkt wie ein Leuchtturmprojekt für die gesamte regionale Tourismusentwicklung und besitzt starke Sogwirkung“, sagt Lu. Statistiken zu den Sommerferien zeigten, dass besonders die benachbarten Altstädte Fengjing und Zhujing von einem spürbaren Anstieg im Hotel- und Gastgewerbe profitiert hätten. „Im Vergleich zum Jahr vor der Eröffnung haben wir einen erheblichen Anstieg der Hotelbelegungen verzeichnet. Das Hotel Four Points by Sheraton in der Fengjinger Altstadt beispielsweise war im Sommer praktisch ausgebucht, mit Auslastungsraten von 80 bis 90 Prozent“, sagt sie.
Darüber hinaus macht Lu auch auf Veränderungen im Bahnverkehr als Indiz aufmerksam: „Insbesondere im August lag das Fahrgastaufkommen am Bahnhof Jinshan Nord zwei- bis dreimal so hoch wie noch im Juli, vor der Eröffnung des Legolands.“