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In Deyangs Umgebung hat das Beben am stärksten gewütet. Entlang der Straßen reihen sich die Notunterkünfte. Es gibt ganze Zeltstädte, in denen die Menschen gezwungenermaßen hausen. Die meisten haben sämtliches Hab und Gut verloren. Das bei Touristen so beliebte Dorf Zundu gibt es nicht mehr. Hier stehen nur noch Zelte. Auf den Geröllhalden suchen noch immer die Bewohner nach brauchbarem Hab und Gut. Keiner hier hat eine Vorstellung, wie es weiter gehen soll. Die Winter in Mianzhu und Umgebung können lang und hart werden.

Am nächsten Tag besuchen Gomberg und Hua-Schuller neun Waisenkinder. Kein einfaches Unterfangen, den hier wurde das Leid der Menschen fast greifbar. Xujin Zhao bringt die beiden Damen nach Shifang zu den Waisenkindern, die er ausgesucht hat. Am Abend zuvor waren die beiden Siegerländerinnen einkaufen und ließen neun große Kartons mit Süßigkeiten und Knabbereien für die Kinder packen. Jedes Kind bekam zudem 1000 Euro, sozusagen als Starthilfe. Der kleine Liu (6) konnte den ganzen Rummel um seine Person nicht verstehen. Es ist eines von insgesamt 10000 Waisenkindern, deren Eltern unter anderem im Phosphat-Bergbau arbeiteten und beim Beben ihr Leben verloren. Liu lebt jetzt bei seinen Großeltern. Diese stehen plötzlich vor der unerwarteten Aufgabe, noch einmal ein Kind großziehen zu müssen. Aus der „Lebensversicherung“ wurde eine „Altersbürde“. Das alles konnte Liu noch nicht verstehen. Wer all die Menschen waren und warum sie hier waren, weiß er nicht. Noch nicht einmal über den Karton mit den Süßigkeiten konnte er sich anfreunden. Zuviel ist über ihn in den letzten Wochen hereingebrochen. Ihm fehlt jeglicher Halt. Die Großmutter bricht schließlich in Tränen aus. Zu sehr schmerzt sie die Erinnerung, als dass sie darüber sprechen kann. Isolde Gomberg will sich dafür einsetzten, das Projekt „Waisenkinder“ fortzusetzen und zu begleiten. Ob in Form von Patenschaften oder anderweitig wird sie in den nächsten Tagen und Wochen klären. Wie die Schüler der Mittelschule sollen auch die Waisen von Deyang die Chance auf eine Ausbildung haben. Nur ihre Eltern kann ihnen niemand mehr zurückbringen.

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