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Zusammen mit GDCF-Mitglied Hong Hua-Schuller und SZ-Redakteur Thomas Rumrich reiste Isolde Gomberg nach Deyang, wo die Übergabe der Spende im großen Rahmen erfolgen sollte. Dafür hatten die offiziellen Parteivertreter vor Ort schon gesorgt. Ein dicht gestaffeltes Programm erwartete die Siegerländer. Begrüßt wurden sie unter anderem von Leiter der Abteilung für die Öffentlichkeitsarbeit, Dr. Yuenan Hao, Deyangs Bürgermeister Chen und von Yang Zhaohui, verantwortlicher Leiter des Büros für auswärtige Angelegenheiten. Wo immer die beiden auftraten, waren Fernsehteams mit vor Ort, ebenso die lokale Presse. Dass jemand so viel Geld für die Erdbebenopfer spendet, noch dazu Ausländer, war für die Chinesen schlichtweg unvorstellbar.

Mit einem Besuch der zerstörten Yangjia-Junior-Mittelschule begann das Besuchsprogramm von Isolde Gomberg und Hong Hua-Schuller. Auch hier das gleiche Bild wie in vielen anderen Städten: Während die Schulen wie Kartenhäuser zusammenstürzten, blieben die umliegenden Gebäude stehen – wenn auch stark beschädigt. Die Schüler in Yangjia hatten noch Glück und konnten alle rechtzeitig das Gebäude verlassen, bevor es einstürzte. Die Kinder werden heute in provisorischen Unterkünften weiter unterrichtet. In den schnell errichteten Containern gibt es weder Klimaanlage noch Ventilatoren. Selbst für chinesische Verhältnisse ist es dort drin unerträglich heiß. Daher beginnt der Unterricht sehr früh und endet gegen Mittag. Vierzig Grad und mehr herrschen in den Klassenräumen, obwohl Fenster und Türen ständig geöffnet sind. Wegen der Raumnot wurden Klassen zusammengelegt. Bis zu 60 Schüler lernen hier dennoch diszipliniert Tag für Tag ihr Pensum.

Die zerstörte Schule soll baldmöglichst wieder aufgebaut werden. Das ist zurzeit nicht möglich, da noch fast täglich Nachbeben die Region erschüttern. Während einer Besprechung mit dem Informationsminister und Vertretern verschiedener Firmen erlebten die beiden Delegierten aus Siegen ein Nachbeben der Stärke 6,1 am eigenen Leib mit. Das 14-stöckige Bürogebäude schwankte, und während Gomberg und Hua-Schuller sichtlich schockiert waren, blieben die chinesischen Gastgeber ganz locker. Sie erleben solche Nachbeben seit Mai nahezu täglich.

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie übergab die GDCF-Vorsitzende den symbolischen Spendenscheck an den Schulleiter. Wie in China üblich, wurde dabei viel geredet. Mit Hilfe der Partei und Dank der großzügigen Hilfe aus Deutschland werde man es schaffen, die Schule wieder aufzubauen. Immer wieder müssen die beiden Siegerländerinnen in die Mikros der Reporter vor Ort erzählen, wie sie von Haus zu Haus gegangen sind und um Spenden gebeten haben – ein in China anscheinend unmöglicher Vorgang. Die Verantwortlichen vor Ort versicherten, dass das Geld nur für den Wiederaufbau der Schule verwendet werden wird. Sie wollen die Baufortschritte dokumentieren und die GDCF über den Fortgang des Aufbaus auf dem Laufenden halten. Isolde Gomberg versicherte den Anwesenden die Solidarität der Siegerländer und überbrachte Grüße von Landrat Paul Breuer. Dass dieser sich sofort nach der Naturkatastrophe in Deyang erkundigt und seine Hilfe angeboten hat, rechnen ihm die Chinesen hoch an. Nach einem letzten gemeinsamen Gruppenfoto ging die Reise in Richtung Berge weiter. Am Abend sendete das Fernsehen den Bericht über die beiden Siegerländerinnen und ihre großzügige Spende in aller Ausführlichkeit.

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