Ein Fundament für Yangjias neue Zukunft
– GDCF Siegen e.V. unterstützt Erdbebenopfer in der Region Sichuan / 85000 Euro für Wiederaufbau der Schule gesammelt
Von Isolde Gomberg
Mit 85000 Euro im Gepäck reiste jetzt Isolde Gomberg, Vorsitzende der Gesellschaft für deutsch-chinesische Freundschaft (GDCF), nach Deyang, um den Menschen in der Erdbebenregion zu helfen und Wiederaufbauhilfe zu leisten. Viele Siegerländer waren von den Ereignissen in der Provinz Sichuan erschüttert, als am 12. Mai ein Erdbeben der Stärke 8 tausende Häuser einstürzen ließ und Hunderttausende obdachlos wurden. Zahllose Menschen verloren ihr Leben, viele Kinder ihre Eltern und Verwandten. Seitdem bestimmen Zeltstädte das Bild in der Region. Vor jeder Ruine steht ein notdürftig errichtetes Zelt, in dem die obdachlos gewordenen Menschen voller Sorge dem Winter entgegensehen. Betroffen ist vor allem die Region um Deyang. Hier hinterließ das Beben auf einer Strecke von rund 300 Kilometern ein Bild der Verwüstung. Das kleine Dorf Zundu, bekannt für seine Neujahrsmalereien, das Landrat Paul Breuer vor einem Jahr besuchte, steht nicht mehr. Sämtliche Häuser sind eingestürzt, nur eine Schautafel mit einem Bild des Landrats inmitten der ehemaligen Ortschaft erinnert an bessere Zeiten.
Für die Mitglieder der GDCF war sofort klar, dass hier geholfen werden muss. Spendensammlungen fanden statt, die Mitglieder gingen von Haus zu Haus und sammelten für ihre Hilfsaktion. Selbst Firmen, die bisher nichts mit der GDCF zu tun hatten, zeigten sich solidarisch und spendeten großzügig für die Menschen im fernen China. Innerhalb der GDCF machte man sich Gedanken, wie man angesichts der schier unendlichen Not in der Region das Geld sinnvoll einsetzen könnte. Man kam daher zu dem Entschluss, den Wiederaufbau einer Junior-Mittelschule (entspricht der Orientierungs- und Mittelstufe eines Gymnasiums hierzulande) zu unterstützen. Bezeichnenderweise sind sehr viele Schulen von dem Erdbeben hart getroffen. Ganz offensichtlich wurde hier beim Bau der Gebäude am falschen Ende gespart, denn die meisten Schulgebäude stürzten sofort ein, während oft die darum liegenden Wohngebäude stehen blieben. Aber auch diese Häuser sind einsturzgefährdet und können nicht mehr betreten werden.
Darüber hinaus will die GDCF Waisenkinder unterstützten, denn viele Kinder verloren bei dem Erdbeben beide Elternteile. Gerade in der Region um Deyang, wo Phosphor abgebaut wird, sind viele Tote zu beklagen. Schätzungsweise 10000 Kinder sind hier über Nacht zu Vollweisen geworden. Angesichts der Ein-Kind-Politik, die China seit einigen Jahren betreibt, eine katastrophale Situation für die zurück gebliebenen Kinder. Xujin Zhao, erster Ansprechpartner und Kontaktperson zur GDCF, hat auf Bitten von Isolde Gomberg neun Waisenkinder ausgesucht, die die GDCF ebenfalls unterstützen möchte.