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Entstehung der „Tibet-Frage“

Von Chen Qingying



Tibet ist seit alters ein Bestandteil Chinas. Als China im 13. Jahrhundert in der Yuan-Dynastie geeint wurde, wurden die tibetischen Gebiete unmittelbar unter die Verwaltung der Zentralregierung gestellt. Die Yuan-Dynastie errichtete in den von Tibetern bewohnten Gebieten drei Verwaltungsbezirke. Der Oberbefehlshaber eines Verwaltungsbezirks, der U-Tsang, Ngari und Korsum umfasste, verwaltete einen großen Teil des heutigen Autonomen Gebiets Tibet. Seit der Ming- und Qing-Dynastie sowie in der Republik China (1912–1949) und in der Volksrepublik China (seit 1949) ist Tibet eine Verwaltungsregion Chinas.

Dass Tibet eine Verwaltungsregion Chinas ist, ist eine unbestreitbare Tatsache. Doch die westlichen Imperialisten begannen im 18. Jahrhundert mit ihren Aggressionen gegen Asien. Einige imperialistische Mächte gingen vom Ziel einer Hegemonie in Ostasien aus und versuchten mittels Verschwörung, Tibet von China zu separieren. Mit dieser Absicht haben sie planmäßig und etappenweise die „Tibet-Frage“ ausgeheckt, die bis heute bleibt und von den anti-chinesischen Kräften in den westlichen Ländern immer wieder ausgenutzt wird, um durch die Manipulation der Dalai-Separatistenclique und bei allen möglichen Gelegenheiten die „Tibet-Frage“ zu inszenieren. Die verbrecherischen Gewalttaten am 14. März in Lhasa sind das jüngste Beispiel dieser Machenschaften.

Die so genannte „Tibet-Frage“ existiert mehr als 100 Jahre und kann zeitlich durch die Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949 in zwei Perioden geteilt werden. In der ersteren Periode wurde die „Tibet-Frage“ von den britischen Imperialisten inszeniert und in der letzteren Periode von den US-amerikanischen anti-chinesischen Kräften, hinter den Kulissen geführt von der CIA.

Nachdem das imperialistische Großbritannien Indien kolonialisiert hatte, setzte es seine Expansion in die Himalaya-Gebiete fort. Zwischen 1814 und 1864 eroberte Großbritannien Afghanistan und Persien und drang von Indien aus nordwärts in Nepal, Sikkim und in Bhutan ein, diese Staaten wurden Protektorate des britisch besetzten Indiens. Das nächste Ziel war Tibet. Doch seine ambitiöse Expansion alarmierte die Zentralregierung Chinas und löste gleichzeitig Konflikte mit dem Zaristischen Russland aus, das ebenfalls in Zentralasien expandierte. Im Jahr 1888 entfesselten die Briten unter dem Vorwand von Grenzstreitigkeiten und Handel den ersten Aggressionskrieg gegen Tibet und zwangen schließlich die Qing-Herrscher, den „Chinesisch-britischen Tibet-Indien-Vertrag“ und einen Folgevertrag zu schließen. In diesem wurden Großbritannien viele Privilegien zugesprochen, zum Beispiel Handelsrechte für Yadong und Gyangze.

Zwischen 1903 und 1904 nahm Großbritannien die Verhandlung über Handelsfragen zum Vorwand und startete erneut einen Krieg großen Ausmaßes gegen Tibet. In Pagri und Gyangze leistete die tibetische Bevölkerung heldenhaften Widerstand. Die britische Armee eroberte Lhasa und zwang die tibetische Lokalregierung, den „Vertrag von Lhasa“ zu unterzeichnen, gegen den die Qing-Herrscher stark opponierten und auch das Zaristische Russland heftig protestierte. Bevor die britische Armee in Lhasa eindrang, ging der 13. Dalai Lama in die Mongolei, um die Unterstützung der Qing-Herrscher und des Zaristischen Russlands zu erbitten. Die britische Armee zog sich aus Mangel an Nachschub und wegen bitterer Kälte bald aus Lhasa zurück.

Nachdem Großbritanniens Ziel, Tibet durch militärische Angriffe in seine Kolonie zu verwandeln, gescheitert war, änderte es seine Strategie. Es nutzte die diplomatischen und innenpolitischen Schwierigkeiten der Qing-Herrscher aus, zog etliche tibetische Sklavenhalter der Oberschicht auf seine Seite, unterminierte ihre Beziehungen zu den Qing-Herrschern und stiftete sie zur „Unabhängigkeit Tibets“ an, mit der Absicht, Tibet von China zu separieren und in eine Pufferzone zwischen Indien, China und der Einflusssphäre des Zaristischen Russlands zu verwandeln, um so die britische Kolonialherrschaft in Indien zu sichern.

Ende 1909 ging der 13. Dalai Lama nach Lhasa zurück, dort kam es zu Auseinandersetzungen mit den Beamten der Qing, die in Tibet eingesetzt waren, woraufhin er Tibet verließ und nach Indien ging, was Großbritannien eine weitere Chance bot, sich der tibetischen Oberschicht anzunähern.

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