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62 Projekte für den wirtschaftlichen Aufbau in Tibet

 

Im Januar 1994 beschloss die Zentralregierung auf ihrer dritten Arbeitskonferenz für Tibet, anlässlich des 30. Gründungstages des Autonomen Gebietes Tibet mit weiteren 62 Projekten den wirtschaftlichen Aufbau in Tibet zu unterstützen. Auch diese 62 Projekte wurden wiederum wie die vorangehenden 43 vom ganzen Land tatkräftig gefördert. Im Unterschied zu diesen aber wurde nun besonderer Nachdruck auf die Infrastruktur gelegt, um die regionale wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig zu beschleunigen. Das Investitionsvolumen betrug 2,3 Mrd. Yuan, die Projekte wurden fast überall in Tibet mit einer Fläche von 1,2 Mio. qkm durchgeführt. Die 62 Projekte galten den Bereichen Energie, Verkehrswesen, Postwesen und Telekommunikation, Agrarwirtschaft, Kultur und Bildung. Darunter waren 42 Produktionsprojekte, auf die über 70% der gesamten Investitionen entfielen. Dadurch sollten vorrangig die Lebensverhältnisse der ländlichen und städtischen Bewohner verbessert werden. Nach der Zuweisung der Projekte an die verschiedenen Ministerien und Institutionen sowie an die Provinzen und Städte wurde begonnen, Arbeitsgruppen zur Realisierung der Projekte zu gründen. Gleichzeitig wurden Expertendelegationen nach Tibet geschickt, um die Situation vor Ort zu untersuchen. Die mit der Projektbegleitung beauftragten Provinzen und Städte führten Gespräche über die Qualifizierung des Personals und viele andere wichtige Punkte wie z. B. über das Management. Es wurden Ausbildungspläne erarbeitet, um nach Fertigstellung der Projekte den Einsatz von Facharbeitern für die Inbetriebnahme zu sichern.

 

62 Projekte in sechs Kategorien

 

Kategorie1: Projekte für den Städtebau. Zu den elf Projekten dieser Kategorie zählen Um- bzw. Ausbau des Potala-Palasts, der Ringstraße in Lhasa, des Wasser- und Abwassersystems in Xigaze, der Straßen in Zetang, des Wasser- und Abwassersystems im Fluss Shiquanhe, der Wohnungsbau für Behörden in 37 armen Kreisen und Grenzkreisen, der Aufbau von drei Grenzstellen, das Nyingchi-Hotel, das Bürogebäude und das Konferenzzentrum für Parteiangelegenheiten und Verwaltung des autonomen Gebietes, das Mehrzweckgebäude der Verwaltungshochschule des Autonomen Gebietes Tibet und das Beijing-Tibet-Plaza.

 

Kategorie 2: Projekte für die Bereiche Kultur, Bildungswesen, Gesundheitswesen, Rundfunk und Fernsehen. Diese 12 Projekte umfassen das Museum Tibets, die Xinhua-Buchhandlung in Lhasa, die Solar-Empfangsstationen für Rundfunk und Fernsehen auf Gemeindeebene, die Mittelschule Nr. 2 der Stadt Xigaze, die Mittelschule des Kreises Nedog, die Mittelschule des Kreises Nang, die Mittelschule des Kreises Konjo, die Mittelschule des Kreises Jiali, das Ausbildungszentrum für die Geburtshilfe und Gesundheit, das Infektionskrankenhaus des Autonomen Gebiets Tibet, den Ausbau des Krankenhauses für tibetische Medizin sowie die stationäre Abteilung des Volkskrankenhauses der Stadt Lhasa. Diese Projekte trugen zur Verbesserung der schulischen und medizinischen Bedingungen für die Bauern- und Hirtenfamilien bei. Besonders der Bau der Solar-Empfangsstationen für Rundfunk und Fernsehen auf Gemeindeebene war wichtig für die Kontakte der ländlichen und Weidegebiete mit der Außenwelt.

 

Kategorie 3: Projekte für die Bereiche Land-, Vieh-, Forst- und Wasserwirtschaft. Die acht Projekte sind der Aufbau eines Systems zur Verbreitung der landwirtschaftlichen Wissenschaft und Technik, die landwirtschaftliche Erschließung am Fluss Yuqu im Kreis Zogang, der Jiefang-Wassergraben im Kreis Rinbung, die Dongjiu-Forstfarm (einschließlich des Dongjiu-Wasserkraftwerkes), die Produktions- und Verarbeitungsbasis für hochwertigen Raps, die Kaschmirziegen-Produktionsbasis in Nordwesttibet, die Teefabrik in Yi’ong (einschließlich des Wasserkraftwerkes in Yi’ong) und das Mamla-Wasserbau-Schlüsselprojekt.

 

Kategorie 4: Projekte für den Bergbau und den Bau von Fabriken. Zu den 10 Projekten zählen der Abbau von Chromeisenerz am Xangka-Berg in Shannan, der Abbau von Bor-Magnesium-Erz am Chagcam Caka-See in Ngari, das Macala-Kohlebergwerk in Riwoqe, die Verlegung der Zementfabrik in Qamdo, die Fabrik für Getreide- und Ölverarbeitung im Kreis Konggar, die Fabrik für Getreide- und Ölverarbeitung in Nyingchi, die technische Erneuerung der Fabrik für Getreide- und Ölverarbeitung in Lhasa, die Fabrik für Getreide- und Ölverarbeitung in Qamdo, die Kaschmirkämmfabrik in Nagqu und der Umbau des Drehofens der Zementfabrik in Lhasa. Mit diesen Projekten wurde spürbar die industrielle Entwicklung in Tibet gefördert, so dass der Wert der industriellen Produktion im autonomen Gebiet von 535 Mio. Yuan im Jahr 1994 auf 930 Mio. Yuan im Jahr 1998 stieg.

 

Kategorie 5: Projekte für das Verkehrs-, Post- und Fernmeldewesen. Die sieben darunter fallenden Projekte sind der Umbau der Lhasa-Konggar-Straße, die Tankeinrichtung am Konggar-Flughafen, der Umbau der Strecke Lhaze-Zhumba der Zhongni-Straße, die Ölpipelines von der Goldmud-Raffinerie zum Öldepot 101, das Lichtfaserkabel Lhasa-Xigaze, das Gebäude für den Ferngesprächs- und Telekommunikationsknotenpunkt im Westvorort von Lhasa und zwölf Erdstationen der Satellitenkommunikation. Durch die Realisierung dieser Projekte wurde die Transportkapazität wichtiger Straßen verbessert, das Kommunikationsniveau in Tibet gehoben und wichtige Grundlage für die Erweiterung der Öffnung nach außen gelegt.

 

Kategorie 6: Projekte für die Energie und Wasserkraftwerke. Zu den 14 Projekten zählen die Umgestaltung des Wasserkraftwerks Klasse C am Qiga-Fluss in Shannan, Ausbau der Stromversorgung in Lhasa, der Umbau des Stromnetzes von Qamdo, der Umbau des Lungjug-Erdwärmekraftwerkes in Ngari, das Wasserkraftwerk im Kreis Nyainrong, das Wasserkraftwerk Klasse A am Qiga-Fluss in Shannan, das Wasserkraftwerk im Kreis Dengqen, das Sumda-Wasserkraftwerk im Kreis Mangkam, das Wasserkraftwerk im Kreis Baqen, das Dengba-Wasserkraftwerk im Kreis Comai, das Namyi-Wasserkraftwerk im Kreis Mainling und das Jaggang-Wasserkraftwerk (einschließlich der Xainza-Goldmine) im Kreis Xainza. Diese Projekte trugen zur Verbesserung der Energieversorgung in den Bezirken Shannan, Xigaze, Qamdo und Ngari bei, lösten teilweise das Problem der Stromversorgung für die Kreise ohne Elektrizität und stellten die Stromversorgung für die land- und viehwirtschaftliche Produktion, die Verarbeitung der land- und viehwirtschaftlichen Produkte, die Entwicklung des sekundären und tertiären Sektors sowie die Erschließung wichtiger Ressourcen sicher.

 

Die 62 Projekte haben sich tief ins Bewusstsein der tibetischen Bevölkerung eingegraben. Die Bauarbeiten waren im Hinblick auf die Arbeitsmenge, das Bautempo und die Qualität beispiellos in der Geschichte des Aufbaus Tibets. Sie spielten eine wichtige Rolle bei der Förderung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung in Tibet. Inzwischen wurden sämtliche Projekte fertiggestellt und in Betrieb genommen. Der Beweis ihrer sozialen und wirtschaftlichen Effizienz wurde längst erbracht. Mit Fertigstellung des Flughafens in Konggar und des Bangda-Flughafens in Qamdo sowie einer Reihe von Image-Projekten werden die Kommunikation mit dem Ausland und der kulturelle Austausch verstärkt, die Wirkung nach außen wächst, das Investitionsumfeld hat sich stark verbessert und die Wachstumsbereiche der Wirtschaft wurden vermehrt. Bereits durch die Inbetriebnahme von 60 Projekten wurde die rückständige Infrastruktur Tibets deutlich verbessert, die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig gefördert und damit eine gute Basis für reiche Erträge in der Land- und Viehwirtschaft gelegt. 2001 verzeichnete man seit 14 Jahren ohne Unterbrechung eine reiche Ernte. Der Ausbau der Infrastruktur fördert zugleich die Entwicklung der vielen Industriezweige, so dass festzustellen ist, dass sich die tibetische Wirtschaft in mancherlei Hinsicht gut entwickelt und die Niveauunterschiede zu anderen Städten und Provinzen im Landesinneren sich schrittweise verringern.

 

Die 62 Projekte sind größtenteils sozial und wirtschaftlich effizient. Durch sie haben sich die Infrastruktur des Verkehrswesens, der Energiewirtschaft und der Telekommunikation in Tibet verbessert. Durch die Projekte wurde ein günstiges Investitionsumfeld geschaffen, überlegene Industriezweige wurden entwickelt, das Lebens- und Produktionsniveau erhöht, die gesellschaftliche Stabilität Tibets wurde gewährleistet und außerdem zur Sicherung der südwestlichen Grenzen Chinas beigetragen. Nach Analysen zählen der Platz vor dem Potala-Palast und die Mittelschule Nr. 2 in Xigaze zu den Projekten mit der höchsten sozialen Effizienz. In den Ausbau des Platzes wurden 114 Mio. Yuan investiert. Nach seiner Fertigstellung im Jahr 1995 wirkt der Potala-Palast imposanter und würdevoller, seine Umgebung sauberer und schöner als zuvor. Der Bau des Platzes veränderte das Stadtbild von Lhasa. Der Platz hat seine tibetischen Besonderheiten behalten und wirkt zugleich modern. Der breite, schöne Platz vor dem Potala-Palast ist gewissermaßen das Schaufenster, in dem die tibetische Nationalität ihre Geschichte und Gegenwart zur Schau stellt. Zwischen 1995 und 1998 fanden auf dem Platz insgesamt 107 Veranstaltungen mit 60 000 Teilnehmern statt. Und wenn dort keine Veranstaltungen stattfinden, treffen sich dort Lhasas Einwohner, um Sport zu treiben oder sich zu vergnügen.

 

Zu den Projekten mit hoher wirtschaftlicher Effizienz zählen die Kaschmirkämmfabrik in Nagqu, das Lhasa-Hotel und das Bumnazangbo-Bergwerk. Die wirtschaftliche Effizienz hängt mit der Entwicklung der Bauprojekte zusammen sowie damit, welche Rolle die Projekte für die Gesellschaft und Wirtschaft Tibets spielen. Nehmen wir die Kaschmirkämmfabrik in Nagqu als Beispiel. Sie wurde 1996 in Betrieb genommen. Nagqu ist ein wichtiges Viehzuchtgebiet in Tibet. Die jährliche Produktion von Schafwolle beträgt 3400 Tonnen, die von Kaschmir 200 Tonnen und die von Yakkaschmir 450 Tonnen. Die Verarbeitung von Viehzuchtprodukten fördert die Entwicklung der lokalen Wirtschaft und wertet sie auf. Dadurch können immer mehr Hirten ihre Armut überwinden und manchmal sogar reich werden. Allein 1987 und 1998 erwirtschaftete die Fabrik einen Gewinn von fast 300 000 Yuan.

 

Weiter sind im Zusammenhang mit hoher Effizienz in wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Hinsicht die Zuchtbasis für Kaschmirziegen in Nordtibet, die Ringstraße in Lhasa und die stationäre Abteilung des Volkskrankenhauses der Stadt Lhasa zu nennen. Nehmen wir als Beispiel die Zuchtbasis für Kaschmirziegen. Unter den 62 Projekten ist dies das einzige Projekt in der Viehwirtschaft. Darin einbezogen sind die Kreise Rutog, Gerze und Gegyai im Gebiet Ngari und die Kreise Nyima, Bangoin und Xainza sowie der Sonderverwaltungsbezirk Shuanghu im Gebiet Nagqu. Unter den gegebenen Naturbedingungen wurden in langjähriger Auswahl Kaschmirziegen gezüchtet, deren Wolle glänzt und ebenso fest wie fein ist. In dieser Produktionsbasis macht der Wert der Produktion von Kaschmirziegen mehr als die Hälfte des Gesamtwertes der Viehproduktion aus. Das Projekt wurde zwischen 1994 und 1997 realisiert. Dadurch stieg der Wert der Viehproduktion in den sechs Kreisen und dem Bezirk um 11,71%. Die Einnahmen aus der Zucht von Kaschmirziegen nahmen um 44,11% zu und die Einnahmen aus Kaschmirwolle um 48,97%. Das Pro-Kopf-Einkommen der Züchter stieg um 37,54%. Die Basis liegt im Herzen des Qinghai-Tibet-Plateaus, im Durchschnitt 4500 m hoch. Es ist das höchstgelegene Gebiet in Tibet und hat zugleich die härtesten Naturbedingungen. Das ökologische Gleichgewicht kann sehr leicht gestört werden. Durch die Errichtung von Zäunen und den Grasanbau kann die Degeneration, die Alkalisierung und die Verwüstung des Graslands bis zu einem gewissen Grad unter Kontrolle gebracht, die Vegetationsfläche vermehrt und der Widerspruch zwischen Erhalt des Graslandes und Tierzucht vermindert werden. Durch die Züchtung von Kaschmirziegen werden lokale Ressourcen erschlossen und genutzt, wodurch die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung geschaffen wurde.

 

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