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Das Shoton-Fest
Diese drei Feste haben eine lange Tradition. Das Shoton-Fest fällt auf den 1. des siebenten Monats nach dem traditionellen tibetischen Kalender. „Shoton“ bedeutet im Tibetischen „Genuss von Sauermilch“. Da während des Shoton-Festes tibetische Opern aufgeführt werden, nennt man es auch „Fest der tibetischen Oper“. Das Shoton-Fest war ursprünglich eine religiöse Feier. Früher mussten die Mönche nach ihren Fastenregeln im Sommer im Kloster bleiben. Sie durften nicht hinauszugehen, damit sie nicht versehentlich Insekten zertraten. Erst Dutzend Tage später durften sie bergab ihre Klöster wieder verlassen. Dort wurden sie von Almosenspendern empfangen, die ihnen zur Stärkung Sauermilch mitgebracht hatten. Aus dieser Sitte entstand zu Beginn des 17. Jahrhunderts das Shoton-Fest.
Seit Mitte dieses Jahrhunderts wurden dann zu diesem Fest tibetische Opern aufgeführt, aber andere Vergnügungen waren im Kloster nicht gestattet. Anfang des 18. Jahrhunderts verlegte man das Shoton-Fest in die neue Sommerresidenz Norbu Linka des Dalai Lama. Jeder durfte während des Festes in die Sommerresidenz kommen, um sich Aufführungen der tibetischen Oper anzusehen. Zur gleichen Zeit wurde offiziell festgelegt, das Shoton-Fest am 1. Tag des siebenten Monats nach dem traditionellen tibetischen Kalender zu feiern. Am 29. des sechsten Monats kamen Ensembles der tibetischen Oper nach Lhasa, um den Dalai Lama zu begrüßen. Am nächsten Tag fanden Aufführungen im Zhaibung-Koster statt. Am 1. des siebenten Monats versammelten sich dann alle Ensembles zu Festspielen in der Sommerresidenz Norbu Linka. Im alten Tibet (vor 1951) hatten die Beamten und Angestellten der Gaxag-Regierung an diesen Tagen frei. Sie mussten zum Norbu Linka gehen, um den Dalai Lama beim Besuch der Oper zu begleiten. An diesem Tag steht Sauermilch auf dem Speiseplan jeder Familie. Festlich gekleidete Einwohner Lhasas und umliegender Orte begeben sich, mit genügend Nahrungsmitteln versehen, in die Sommerresidenz, um die Aufführungen zu sehen. Noch heute gehören Aufführungen in- und ausländischer Ensembles zum Programm des Shoton-Festes. Es ist ein eindrucksvolles Kunstfestival in Tibet geworden.
