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Familiäre Wärme für verwaiste und behinderte Kinder
Von Bai Xiaowei
Das Dorf Sancha, welches nahe Datong in der Provinz Shanxi liegt, wird auch „Dorf der Ammen Chinas“ genannt. Im Dorf leben über 600 Einwohner. Seit 1968 haben die Dorfbewohner mehr als 1000 von der Datonger Wohlfahrtsanstalt anvertraute Waisen- und Findelkinder versorgt und ihnen familiäre Wärme gegeben.
Wie ihre leiblichen Kinder behandelt
Wenn eine „Amme“ ein Kind in Obhut nehmen möchte, muss sie folgende Bedingungen erfüllen: Die

„Amme“ muss gesund und aufrichtig sein. Sie muss ein bestimmtes Bildungsniveau erreicht und selbst einige Kinder haben. Bestenfalls hat sie schon einmal Waisenkinder betreut. Die finanziellen Verhältnisse ihrer Familie müssen gesichert sein. Die Datonger Wohlfahrtsanstalt hat im Dorf Sancha eine Verwaltungs- und Servicestelle eingerichtet, die regelmäßig die Kinderbetreuung durch die „Ammen“ untersucht. Wenn eine Familie das ihr anvertraute Kind misshandelt, wird ihr das Sorgerecht entzogen, was bei den Dorfbewohnern als äußerster Gesichtsverlust gilt.
Unter den Pflegefamilien, die die oben erwähnten Bedingungen erfüllen, ist die älteste „Amme“ über 80 und die jüngste 24 Jahre alt. Derzeit hat jede Familie im Dorf im Durchschnitt zwei Pflegekinder zu betreuen. Jing Xianmei gehört zu den ersten „Ammen“ des Dorfes. Sie hat insgesamt 35 Waisenkinder betreut.
Für die Pflege jedes Kindes zahlt die Regierung der Pflegefamilie durchschnittlich 300 Yuan monatlich, hinzu kommen 100 Yuan für die Bekleidung der Kinder. Wenn die Wohlfahrtsanstalt eine Adoptivfamilie für ein Kind gefunden hat, verlässt es die Pflegefamilie. Obwohl die 400 Yuan Pflegekosten nicht viel sind, kann den Pflegekindern davon Milch gekauft werden und im Sommer ist auch Geld für Eis übrig, was andere Dorfkinder besonders beneiden.
Wenn die Pflegekinder im „Ammendorf“ aufgewachsen sind, bezahlt die Datonger Wohlfahrtsanstalt ihren Schulbesuch. Dazu sagte Jing Baoli, der Direktor der Wohlfahrtsanstalt: „Die Wohlfahrtsanstalt sichert den Kindern einen Zugang zu Bildung. Die Bildungskosten der Kinder machen mehr als die Hälfte der Ausgaben der Wohlfahrtsanstalt aus. Viele Kinder wurden von Universitäten und Hochschulen aufgenommen. Ein Kind hat sogar den Magistertitel erhalten.“
Die Wohlfahrtsanstalt tut ihr Bestes, um den Kindern nach dem Abschluss Arbeitsplätze zu verschaffen. Dennoch haben manche Kinder keine Arbeit gefunden und leben weiter mit ihrer Pflegefamilie. Die Regierung zahlt ihnen monatlich 260 Yuan zur Existenzsicherung. Ihre Pflegefamilien machen sich viele Sorgen, zum Beispiel um das Thema Heirat. „Die Hochzeitskosten übernehmen meist die Pflegefamilien. Sie behandeln die Pflegekinder wie ihre eigenen Kinder“, sagt Direktor Jing. Die drei Kinder von Frau Jing Xianmei haben bereits eigene Familien gegründet. Das jetzige Pflegekind besucht eine Mittelschule in der Stadt Datong. Frau Jing sagt: „Wenn mein Sohn die Uni nicht besuchen kann, dann wird er mit uns zusammenleben. Wir werden für ihn ein Haus bauen, wenn er heiratet. Es gibt keinen Unterschied zwischen leiblichen und Pflegekindern. Die Dorfbewohner denken alle wie ich.“
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