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1 Kilogramm: Reiseprogramm zum gemeinnützigen Zweck

Von Zeng Shan

Das Reiseprogramm „1 kg“ ist seit den letzten Jahren sehr populär unter Individualreisenden. Der Name „1 kg“ bedeutet, dass die Individualreisenden Bücher, Schreibutensilien und Geschenke für Schulen und Kinder in armen Gebieten mitnehmen, wenn sie dorthin reisen. Die Teilnehmer des Reiseprogramms nennen sich „1 Kilogrammer“.

1 Kilogramm: eine gute Tat

Der Initiator des Reiseprogramms „1 kg“ heißt Yu Zhihai. Der junge Mann war in einer Werbefirma tätig und später für die Verwaltung einer Website in der Medienbranche zuständig. Er reist gern und hat fast die Hälfte Chinas bereist. Auf den Reisen wurde er von den Attraktionen, die die Natur zu bieten hat, fasziniert, doch das Mühsal des Lebens der Kinder in entlegenen armen Gebirgsregionen hat ihn ebenfalls tief beeindruckt. So ist ihm die Idee gekommen, etwas für die Kinder in diesen armen Gebirgsregionen zu tun. Herr Yu war ein Freiwilliger in einer nichtstaatlichen Organisation, aber er hat auf die herkömmlichen Wohltätigkeitsformen wie zum Beispiel „als Lehrer die Bildung in den armen Gebieten fördern“ oder „Wärme aufs Land bringen“ verzichtet und ein neues Konzept entwickelt, so dass jeder Mensch ohne Belastungen etwas für die allgemeine Wohlfahrt tun kann und dies möglichst effektiv und einfach. Nach Ansicht von Yu Zhihai tut man auf den Reisen nebenbei und ohne jegliche Mühe etwas Gutes. Die Reise ist das Wichtigste und die Wohltätigkeit steht an zweiter Stelle. Das ist der erste Hinweis von „1 kg“ an die Reisenden.

Das Reiseprogramm „1 kg“ hat bisher Kontakte mit ca. 200 Schulen in 23 Provinzen und autonomen Gebieten aufgenommen. Die meisten Schulen liegen in den Gebirgsregionen im Westen und im Binnenland Chinas, u. a. in Yunnan, Guangxi, Sichuan und Guizhou. Aufgrund der einzigartigen Landschaft und charakteristischen lokalen Kulturen sind diese Gebiete oft ein von Individualreisenden gern besuchtes Reiseziel, was den „1 Kilogrammern“ das „beiläufige Wohltun“ ermöglicht. Das Reiseprogramm hat bereits die Aufmerksamkeit zahlreicher Individualreisenden auf sich gezogen und viele haben teilgenommen. Es gibt nun über 10 000 Angemeldete im „1 kg“-Forum.

Kommunikation wichtiger als Geschenke

Ein Dorflehrer sagte einmal zu Herrn Yu: „Der Mangel an Materialien ist zu beseitigen. Das eigentliche

Problem liegt aber in den veralteten Vorstellungen und im Informationsmangel.“ Mit den Worten des Dorflehrers wurde sich Yu Zhihai über das Ziel von „1 kg“ klar. Die Schulen in den armen Gebieten haben meistens Unterrichtsgebäude, die mit finanzieller Unterstützung der lokalen Regierungen oder verschiedener Wohltätigkeitsorganisationen gebaut wurden. Ihnen fehlen aber Lehrkräfte. Dort hat eine Gemeindegrundschule oft nicht mehr als zehn Lehrer. Die Individualreisende „Ananas“ (Internet-Benutzername) war einmal zu Besuch in der Grundschule Baipo im Kreis Leishan, Provinz Guizhou. Der Mangel an Lehrkräften erschütterte sie: „Die Grundschule hat insgesamt sechs Klassenstufen. Die Schüler werden aber in zwei Klassen aufgeteilt, denn sie haben nur drei Lehrer, einer davon wird die Schule bald verlassen.“ Die Kinder in den Gebirgsregionen haben kaum Hauslektüre und wenig Kontakt mit der Außenwelt. Auf den Reisen sind Herr Yu und seine Freunde zu der Erkenntnis gekommen, dass die Kommunikation mit den Kindern wichtiger ist als die Bücher und andere Materialien und dass die Kinder in den entlegenen Gebieten mehr über die Außenwelt informiert werden müssen. Daher hat „1 kg“ seine Handlungsweise geändert. Die Kommunikation steht im Mittelpunkt und das Spenden von Material steht an zweiter Stelle. Das ist der zweite Hinweis des Reiseprogramms „1 kg“.

„Wir werden uns mit den Kindern befreunden“ ist der Leitgedanke für die Teilnehmer des Programms bei ihren Wohltaten. Nach Yus Meinung sind sie den Kindern gegenüber Ansprechpartner und Freunde, keinesfalls „Almosengeber“. Um die Kommunikation fortzusetzen, schlägt „1 kg“ den Individualreisenden vor, auf den Reisen einige frankierte Briefumschläge mitzunehmen, damit sie mit den Kindern Briefverkehr pflegen können, wenn sie von den Reisen zurück sind. Im „1 kg“-Forum liest man oft Briefe der Kinder aus den armen und abgelegenen Gebieten. Ein Kind namens Haiying aus Baipo, Provinz Guizhou schrieb in ihrem Brief: „Ihr Kommen hat mir viel Freude gebracht. Früher hatte ich gar keine Ahnung, wohin ich auf meinem Lebensweg gehen will. Durch die Gespräche mit Ihnen weiß ich jetzt, dass ich fleißig lernen werde.“ Die Teilnehmer des Reiseprogramms sind sich sicher, dass die Armut und die Rückständigkeit der Erziehung in den Gebirgsgebieten nicht über Nacht zu beseitigen sind. Doch durch die Kommunikation und insbesondere durch den ständigen Briefverkehr kann allmählich eine positive Wirkung bei den Kindern erzielt werden, gerade deswegen wollen immer mehr Individualreisende in die Gebirgsregionen reisen, um ihren Beitrag zu leisten.

Mit Freude Wohltaten vollbringen

„Bevor ich an der Reise teilnahm, konnte ich mir kaum vorstellen, welch eine Freude wir während unserer Reise erleben würden“, sagte Teilnehmerin Wang Xiumei. Sie war immer noch aufgeregt, als sie von den Erlebnissen ihrer erstmaligen Reise erzählte, und betonte wiederholt die Freude, die sie auf der Reise gespürt hat. Wang Xiumei ist eine Universitätsstudentin in Beijing. In den Urlaubstagen zum ersten Mai 2007 nahm sie an einer der wenigen von „1 kg“ organisierten Gruppenreisen teil. Der Südostteil der Provinz Guizhou und der Nordteil des Autonomen Gebiets Guangxi der Zhuang-Minderheit waren die Reiseorte. Mehr als 30 Teilnehmer kamen aus verschiedenen Landesteilen und trafen in Longsheng in Guangxi zusammen. „Vor Reiseantritt sagte uns der Gruppenleiter ständig, dass wir ganz locker bleiben sollen. Aber ich dachte mir, Wohltätigkeit sei eine ernste Sache, und war ein bisschen nervös“, erinnerte sich Wang Xiumei und lachte. „Ernsthaft war es überhaupt nicht. Es war einfach eine Reise. Die Landschaft war faszinierend und die Mitreisenden waren interessant. Die Reise hat mir viel Freude gemacht.“ Durch die Gespräche mit den Kindern vor Ort hat sie einen neuen Aspekt der Wohltätigkeit verstanden: „Wir sehen das Lachen in jedem Gesicht der Kinder. Die Bewohner dort leben harmonisch miteinander, die Sitten und Gebräuche sind schlicht. In Wirklichkeit haben wir durch die Kommunikation mit ihnen viel gelernt. Das ist für uns eine seelische Reinigung.“

Das Reiseprogramm „1 kg“ tritt dafür ein, dass die Mitglieder aus eigener Initiative ihre Reisen organisieren. Es hilft aber bei der Kontaktaufnahme mit den Schulen oder stellt den Reisenden ein Online-Forum zur Verfügung. Das virtuelle Management von „1 kg“ hat deshalb kaum Ausgaben. Zhao Han, ein Mitarbeiter von „1 kg“ ist der Meinung: „Wir sind keine Verwalter, sondern Dienstleister. Unsere Aufgabe liegt darin, den Teilnehmenden eine gute Plattform zu schaffen, damit immer mehr Menschen an diesen Reisen teilnehmen können.“ Durch die Gruppenreisen kann einerseits die Marke „1 kg“ verbreitet, andererseits die Wirkung von „mit Freude wohltätig sein“ besser erzielt werden.

Obwohl die „beiläufigen Wohltaten“ und die „Wohltaten durch Spielen“ immer noch entscheidend sind, um Teilnehmer zu gewinnen, begann Yu Zhihai mit zwei anderen Mitstreitern seines Teams im Jahr 2006, ein neues Ziel festzulegen, mit dem das Reiseprogramm „1 kg“ unternehmerisch entwickelt wird. Durch Wohltätigkeitsveranstaltungen werden Gelder beschafft, die dann wieder für allgemeine Wohlfahrt ausgegeben werden. Die Wohltätigkeitsveranstaltungen werden dadurch bereichert und die Teilnehmer vermehrt. Mit diesem Ziel hat Yu Zhihai viele Existenzgründer besucht und von ihren Erfahrungen gelernt. Außerdem versucht er, mit Unternehmen zusammenzuarbeiten. Zur Zeit hat „1 kg“ weitere Wohltätigkeitsprogramme in Angriff genommen, wobei großer Wert auf die Erhöhung der Einnahmen und die Verbesserung der Ausbildungssituation in den Gebirgsregionen gelegt wird. Ein Programm heißt „Haus des Dorflebens“, für das Zhao Han zuständig ist. Dazu sagt er: „Bei diesen Programmen spielt das frohe Gemüt ebenfalls eine wichtige Rolle.“

 

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Weltgeopark Lushan in der Provinz Jiangxi

Der Geopark Lushan gehört zur ersten Gruppe der vom Ministerium für Territoriale Ressourcen genehmigten Geoparks auf Staatsebene. Am 13. Februar 2004 wurde er von der UNESCO zum Weltgeopark erklärt. Der insgesamt 500 qkm große Park liegt in der Stadt Jiujiang der Provinz Jiangxi.
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