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In der heutigen Welt wird die chinesische Küche immer beliebter. Damit einhergehende Probleme bei der Einhaltung der Nahrungsmittelsicherheit wurden wiederholt ans Tageslicht gebracht, was die Aufmerksamkeit sowohl von Ausländern, als auch von Einheimischen erregt. Nun achtet man in China beim Kauf von Nahrungsmitteln nicht nur auf den Produktionsort, sondern auch auf die Gewährleistung der Sicherheit bei der Produktion und beim Transport.
Die Gewährleistung der Nahrungsmittelsicherheit
Von Liu Qiong
Wo man am besten Gemüse und Fleisch kauft, bei Händlern auf einem Markt oder in einem Supermarkt, da sind sich Zhang Xin und ihre Mutter oft nicht einig. Zhang Xin kauft Gemüse und Fleisch immer in einem Supermarkt, wo die Preise doppelt oder dreifach so hoch sind wie die auf einem Freiluft-Markt, was ihrer Mutter oft in der Seele weh tut. Zhang Xin ist aber der Ansicht: „Obwohl die Preise im Supermarkt höher sind, verkaufen sie dort organisches Gemüse, und der Gesundheit wegen lohnt es sich.“
In den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts begann die chinesische Regierung, die Verbreitung von organischen Lebensmitteln zu unterstützen und ein Zertifikationssystem einzuführen. Zurzeit gibt es in China mehr als 100 Arten von organischen Lebensmitteln, darunter Getreide, Gemüse und Ölpflanzen. Bis 2004 haben 1155 chinesische Unternehmen das Zertifikat für organische Lebensmittel erhalten. Mit 300 000 ha macht die Anbaufläche Chinas für organische Lebensmittel 1,25% der weltweiten Anbaufläche für organische Lebensmittel (24 Millionen ha) und 0,3% der gesamten Fläche der Ackerböden Chinas (126 Millionen ha) aus.
Allerdings legt auch Zhang Xins Mutter beim Kauf von Lebensmitteln großen Wert auf die Qualität. Frau Zhang kann sich heute noch genau erinnern, wie ihre Mutter Schweinefleisch aussuchte, als sie klein war: Ihre Mutter kaufte immer ein Stück von dem Schweinefleisch, auf dessen Haut ein violettes Siegel zu finden war.
Das violette Siegel ist ein Quarantänezeichen für Schweinefleisch. In China müssen lebende Schweine „drei Urkunden und eine Marke“ – Quarantänebescheinigung, Zeugnis für Schweine, die nicht aus einem Seuchengebiet stammen, Bescheinigung für desinfizierte Transporter und Ohrmarke für Schweine – haben, bevor sie in eine Fleischerei gebracht werden. Während der Schlachtung werden dann noch 18 Überprüfungsphasen durchlaufen, erst dann wird das standardmäßige Schweinefleisch von der Quarantänebehörde für Tiere mit dem violetten Siegel versehen und vom Schlachthof für die Qualitätskontrolle gestempelt.
Zhang Xin kauft sehr oft in einem Supermarkt ein, weil sich einerseits die Lebensbedingungen erheblich verbessert haben und das Einkaufsumfeld viel besser als auf einem Freiluft-Markt ist, andererseits ist sie der Meinung, dass der Supermarkt für die Sicherheit bei Lebensmitteln und die Gesundheit der Kunden sorgt. Daher sagt sie oft zu ihrer Mutter: „Die Lebensmittel im Supermarkt sind zuverlässig. Die Sicherheit bei Nahrungsmitteln und die Gesundheit der Familienmitglieder sind am wichtigsten.“
Vor kurzem hat Zhang Xin eine aktuelle Meldung über mit Wasser gefülltes Schweinefleisch im Fernsehen angeschaut. Damit das Fleisch mehr Gewicht auf die Waage bringt, füllten manche Händler das Schweinefleisch mit Wasser. Da das Wasser nicht sauber war, wurde das Fleisch verseucht. Durch die Meldung wurde Zhang Xin verunsichert und wählte sofort die Telefonnummer 12320, die Auskunft über die öffentliche Hygiene der Stadt Beijing gibt. Ihr wurde mitgeteilt, nach welchen Kriterien man Fleisch aussucht. Außerdem wurde ihr gesagt, dass solches Fleisch sehr oft auf dem Morgen- oder Abendmarkt zu sehen ist. Daher wurde ihr vorgeschlagen, in einem Supermarkt einzukaufen.
Nach diesem Telefongespräch ist sich Zhang Xin ihrer Sache noch sicherer. Als sie einmal in der Sidaokou-Filiale von Carrefour einkaufte, ging sie eigens zur Verkaufstheke für Schweinefleisch. Dort las sie auf einem Hinweisschild: „Unsere Schweine kommen aus Beijing Resource Ya-Tai Food Co., Ltd. Die Farm liegt im Bezirk Daxing in der Vorstadt von Beijing. Die Firma wurde vom Büro für den Aufbau des Systems der Produktionssicherheit bei Agrarprodukten der Stadt Beijing überprüft. Neutrale Kontrollorganisationen werden das Umfeld und das Wasser der Farm, die Züchtung und die Schlachtung sowie die Fleischprodukte regelmäßig überwachen.“
Bereits im Dezember 2003 wurde in Beijing das Büro zur Kontrolle und Koordinierung von Nahrungsmittelsicherheit errichtet. Die zentralen Aufgaben des Büros liegen in der Verantwortung für die Kontrolle und Koordinierung der Nahrungsmittelsicherheit und der Ermittlung diesbezüglicher „schwerwiegender Vorfälle“. Außerdem ist das Büro noch zuständig dafür, Informationen zur Nahrungsmittelsicherheit zu sammeln und zusammenzustellen, die Situation zu analysieren und Prognosen aufzustellen, Sicherheitsrisiken vorzubeugen und die gesammelten Informationen regelmäßig der Öffentlichkeit bekannt zu geben.
Um die Sicherheit bei Lebensmitteln wie zum Beispiel Gemüse und Obst in Beijing zu gewährleisten, wird die Versorgung mit einheimischem Gemüse streng kontrolliert und ein Zugangskontrollverfahren für Gemüse von auswärtigen Produktionsstätten durchgeführt. Die Gemüsequalität wird im Großhandelsmarkt geprüft. Falls die Agrarprodukte den Sicherheitskriterien nicht entsprechen, dürfen sie nicht verkauft werden. Sollten sie bei drei hintereinander erfolgten Stichproben der Norm nicht gerecht geworden sein, ist der Zugang zum Beijinger Markt in den nächsten sechs Monaten untersagt.

Am 8. August, also ein Jahr vor Beginn der Olympischen Spiele in Beijing, wurde das Rückführungssystem für Nahrungsmittelsicherheit bei der Olympiade in drei Kategorien – verpackte Lebensmittel, Gemüse und Obst, Viehzuchtprodukte und Geflügel – eingeführt. Basierend auf dem System kann man anhand der auf dem Produkt angegebenen Informationen online oder Telefon alle produktionsbezogenen Informationen erhalten. Nach den Olympischen Spielen wird das Rückführungssystem weiterhin im Einsatz bleiben. Die strenge Kontrolle wird zur Routine. Ohne die „ID“ dürfen die Nahrungsmittel nicht auf die Märkte Beijings kommen. Zur Zeit werden in Beijing 45 Kategorien von Nahrungsmitteln intensiv kontrolliert und ein Kontrollnetz, das vom Anbau, über den Transport und die Verarbeitung bis zum Verkauf reicht, ist bereits entstanden. Das Rückführungssystem ist probeweise in den Kategorien Obst, Gemüse, Rindfleisch und Wassertiere und -pflanzen eingeführt worden. Das gesamte Niveau des Versorgungs- und Kontrollsystems bei Nahrungsmitteln wird ständig erhöht.
Kurzinfo: In den letzten Jahren ist die Quote der Nahrungsmittel, die der Qualitätsnorm entsprechen, ständig gestiegen. Bei einer landesweiten Stichprobe für die Nahrungsmittel im Jahr 2006 lag der Prozentsatz der normgerechten Produkte bei 77,9% und in der ersten Hälfte 2007 bei 85,1%. Das Qualitätsniveau bleibt stabil und zeigt eine steigende Tendenz. Biologische, „grüne“ und organische Agrarprodukte bilden mit 90% den Hauptteil der exportierten Agrarprodukte.
Die chinesische Regierung hat das Marktzugangssystem für die Qualitätssicherheit bei Nahrungsmitteln ein- und strikt durchgeführt. Die Produktions- und Verarbeitungsbetriebe für Nahrungsmittel müssen qualitativ erforderlichen Bedingungen in den Bereichen Rohstoffe, Produktionsanlagen, technologischer Prozess und Produktnormen erfüllen; ihrer gesetzlichen Verpflichtung, normgerechte Produkte zu verkaufen, nachkommen; die normgerechten Produkte mit der QS-Kennzeichnung versehen. Bis in die erste Hälfte 2007 wurden insgesamt 100 700 Produktionslizenzen für Nahrungsmittel an Produktionsbetriebe vergeben. Auf dem Markt kommen mehr als 90% der Nahrungsmittel aus den Betrieben mit einer Produktionslizenz.
In bezug auf die Nahrungsmittelsicherheit verfügt China über ein vollständiges System von Gesetzen und gesetzlichen Regelungen. Auch das System für die Qualitätsnormen wird ständig verbessert. China hat 1800 staatliche Normen in Sachen Nahrungsmittelsicherheit und über 2900 Normen der Lebensmittel-Branche bekannt gegeben, davon sind 634 staatliche Normen verpflichtend.
Das sicherheitsbezogene Überprüfungs- und Messungssystem für Nahrungsmittel hat Gestalt angenommen. In bezug auf die inländische Nahrungsmittel-Überwachung ist in China im Großen und Ganzen ein System entstanden, in dem die staatlichen Prüfungsinstitutionen federführend sind, die auf Provinzebene den Hauptteil bilden und die auf Stadt- und Kreisebene eine ergänzende Rolle spielen. Was die Import- und Exportkontrolle bei Nahrungsmitteln betrifft, so wurde ein System errichtet, in dem 35 staatliche Labors technische Unterstützung anbieten. Landesweit gibt es 163 sicherheitsbezogene Prüfungs- und Quarantänelabors für im- und exportierte Nahrungsmittel mit mehr als 10 000 großen Präzisionsinstrumenten.