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Küchenabfall und Altmöbel werden wiederverwendet

 

Müll und Abfall zu recyceln ist eine wichtige Aufgabe, vor der jede Stadt steht. Auf der Expo 2010 zeigt die Stadt Taibei ein mustergültiges Beispiel für die Wiederverwendung von Küchenabfall und Altmöbeln.

 

Im Alltagsleben von Chinesen macht der Küchenabfall einen beachtlichen Anteil des Haushaltsabfalls aus. Der Küchenabfall lässt sich aber nur schwer verbrennen. Seit 2004 führt die Stadtverwaltung Taibei kostenlose Sammeleimer für Küchenabfall ein. Die Stadtbewohner sollen zuerst den Haushaltsabfall in Küchenabfall, recycelbaren Abfall und anderen Abfall sortieren und dann den Küchenabfall in die Gefrierschränke stellen, die den Wohnvierteln zur Verfügung stehen. Die Müllwagen hohlen den Küchenabfall ab, der wiederum in rohen und garen Küchenabfall eingeteilt wird. Der erstere wird dann an die Kompostwerke verkauft und zu Dünger verarbeitet; der letztere geht an die Schweinezüchter, die ihn dann an Schweine verfüttern. Die Erlöse aus dem Küchenabfall belaufen sich jedes Jahr in der Stadt Taibei auf etwa 2 Millionen Yuan. Gao Weiyu, Ingenieurin bei der Umweltschutzbehörde der Stadt Taibei, sagt: „Dieses Geld kann dann für die weitere Sortierung und Aufbereitung von Müll und Abfall verwendet werden“.

 

Das zweite erfolgreiche Beispiel ist, Altmöbel zu recyceln. Wenn ein Haushalt ein bereits benutztes Möbel nicht mehr haben möchte, dann ruft er die Umweltschutzbehörde an. Diese schickt einen Wagen zum Abholen des Altmöbels. In der Werkstatt der Umweltschutzbehörde wird dieses Möbel aufgearbeitet und dann wird eine entsprechende Information im Internet veröffentlicht. Jede Woche werden die Altmöbel auf dem Secondhand-Markt versteigert. Die Nachfrage ist groß. Denn der Preis der aufgearbeiteten Altmöbel macht nur 10 Prozent des neuen Möbels aus und ein derartiges Altmöbel ist durchaus noch gut brauchbar. Ingenieurin Gao sagt, dass sie selbst zum Beispiel einen gebrauchten Kleiderschrank gekauft hat und dieser heute noch wertvolle Dienste leistet. Wie die Erlöse aus dem Küchenabfall werden auch die Erlöse aus dem Möbelverkauf dem Umweltschutzfonds zugeführt.

 

Obwohl durch diese Maßnahmen die Menge von Müll und Abfall in Taibei erheblich gesenkt wird, kann dieses nur wenig dem Phänomen entgegenwirken, dass die Warenverpackungen immer aufwendiger werden, stellt Frau Gao fest, nachdem sie vier Jahre lang in der Taibeier Umwelschutzbehörde gearbeitet hat.

 

In Taiwan wurden Einschränkungen der Warenverpackung eingeführt. In den betreffenden Regelungen ist das Verhältnis des Verpackungswertes zum Warenwert und der Verpackungsschichten vorgesehen. Damit soll Verschwendung verhindert werden. Beim Verstoß gegen diese Regelungen ist ein Bußgeld fällig. Außerdem werden zur Abfallvermeidung die Stadtbewohner dazu aufgefordert, kein Einweggeschirr zu benutzen und keine Waren mit aufwendiger Verpackung zu kaufen. Zur Veranschaulichung der Abfallaufbereitung in Taibei werden im Pavillon der China Vanke Co. Ltd. Ausschnitte aus dem Umweltschutzfilm der Stadt gezeigt. Als Wang Shi, Vorstandsvorsitzender der China Vanke Co. Ltd. die Stadt Taibei besuchte, war er sehr beeindruckt von der dortigen Müllaufbereitung. Wang Shi ist im Umweltschutz als Mann der Tat bekannt. Er hat einst 50 kg Müll vom Gipfel Qomolangma mitgebracht und setzt sich immer dafür ein, dass in allen von seiner Firma gebauten Wohnvierteln Müll und Abfall sortiert werden. Außerdem unterstützt er die Initiative, Müll und Abfall in Wohnvierteln von 100 chinesischen Städten zu sortieren. Dem Motto des Pavillons Taiwan „Ressourcen recyceln für eine nachhaltige Gesellschaft“ entsprechend, fordern die Mitarbeiter des Pavillons von den Besuchern, so wenig wie möglich Einwegartikel zu verwenden. Ingenieurin Gao meint, dass es beim Umweltschutz darauf ankommt, wiederverwendbare Dinge, die sonst als Müll und Abfall wegworfen würden, zu recyceln und dabei ein Gefühl wie bei der Entdeckung eines Schatzes zu entwickeln.

Auch durch dieses Möbiusband werden Expo-Besuchern Taibeis Abfallrecyclingmaßnahmen veranschaulicht.

Aufgrund der erfolgreichen Müllaufbereitung wurde der Bau der dritten Mülldeponie bereits aus der städtischen Planung von Taibei gestrichen. Die bestehende zweite Mülldeponie wird ab Ende 2010 nicht mehr benutzt. Die Realisierung des Ziels der „Null-Müllablagerung“ ist damit in greifbare Nähe gerückt.

 

Umwandlung der Mülldeponien in ökologische Zentren

 

Die Müllablagerung in der Umgebung der Städte ist ein ernsthaftes Problem für die städtische Entwicklung. Die kanadische Stadt Montreal hat große Anstrengungen auf sich genommen, um dieses Problem zu lösen. Das Modell von Montreal wird in der „Urban Best Practices Area” (UBPA) auf der Expo 2010 in Shanghai den Besuchern in multimedialer Form nahe gebracht.

Das Ökomodell von Montreal wird in der "Urban Best Practices Area" (UBPA) auf der Expo 2010 in multimedialer Form veranschaulicht.

Das Öko-Viertel Saint-Michel liegt im Nordwesten der Stadt Montreal. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war dort die drittgrößte Mülldeponie in Nordamerika. Seit Jahr 1968 wurden dort mehr als 37 Millionen Tonnen Müll und Abfall abgelagert. Frau Kim-Tien Huynh, PR-Leiterin der Stadt Montreal auf der Expo 2010, erzählte die Geschichte der Umwandlung des Viertels Saint-Michel. Die Mülldeponie war damals so groß wie 300 Fußballplätze. Die Anwohner litten seit Jahren unter starkem Gestank, entsetzlichem Lärm und verstörten Vögeln und hatten die beängstigende Befürchtung, dass das Grundwasser durch in die Erde versickernde giftige Stoffe verschmutzt wird. Im Jahr 1995 nahm die Stadtverwaltung von Montreal das Projekt in Angriff, diese bis dahin für 30 Jahre benutzte Mülldeponie in eine menschenfreundliche Gegend umzuwandeln. Eine Reihe von Arbeiten wurde durchgeführt. Das belastete Erdreich wurde melioriert und der abgelagerte Müll mit sicheren Methoden für immer begraben. Darauf wurde neue Erde aufgeschüttet. Damit wurde eine 192 ha große Erdfläche umgestaltet. Dort wurde ein Park angelegt, außerdem noch neue Sporthallen gebaut sowie Freizeit- und Kulturhäuser eingerichtet. Als Frau Kim-Tien Huynh vor einigen Jahren das Viertel besuchte, war sie sehr beeindruckt, vor allem vom Umweltschutzzentrum.

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