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Pilotprojekte zur Müllaufbereitung auf der Expo 2010
Von Zhang Hong
Wie Engpässe in Wasserressourcen und Energieversorgung bilden auch die Müllberge ein schweres Hindernis für die Entwicklung von Städten. Auf der Expo 2010 werden Pilotprojekte zur Lösung dieses Problems, mit dem viele moderne Städte konfrontiert sind, präsentiert. Damit wird das Expo-Motto: „Better City, Better Life“ aus einer neuen Perspektive beleuchtet.
Aus aufbereitetem Müll entstehen neue Häuser
Müll wird zu Baumaterialien verarbeitet, mit denen auch Häuser gebaut werden können. Beeindruckende Beispiele dafür werden auf der Expo gezeigt. „Beton besteht zu 70% aus Zement. Wir gestalten aber die Zusammensetzung des Betons so um, dass dieser nun zu 40% aus Kohlen- und anderen Schlacken besteht. – Zur Verwendung der aus Müll gewonnenen Baumaterialien sei auf den bereits in dieser Rubrik veröffentlichten Bericht „Das Öko-Haus in Shanghai“ verwiesen. – Zu den Vorzügen des Hauses sagt Wang Wei, Chefingenieur des Forschungsinstituts für Architekturwissenschaften der Stadt Shanghai, dass es sich durch kohlenstoffarme Baumaterialien auszeichnet und ein zukunftsträchtiges Modell der Energieeinsparung darstellt. „Zement wird durch Brennen bei hoher Temperatur hergestellt, was zum Treibhauseffekt beiträgt. Die Wiederverwendung der Baumaterialien erfüllt die Zwecke der Energieeinsparung und des Umweltschutzes“, sagt Wang Wei. Er hofft, dass die Verwaltungen der Städte durch die beispielgebenden Präsentationen wirksame Maßnahmen ergreifen, um Müll durch Aufbereitung in nützliche Stoffe umzuwandeln und die Umwelt zu schonen. Das gilt insbesondere für den Schutt, der beim Abriss von Gebäuden anfällt. Wie man den Schutt aus dem städtischen Umbau und nach Erdbeben behandelt, ist bereits ein neues ernstes Thema geworden, das man nicht umgehen kann.
Im April dieses Jahres ereignete sich in Yushu in der Pronvinz Qinghai im Nordwesten Chinas ein Erbeben der Stärke 7,1 auf der Richterskala. Nach einer vorläufigen Einschätzung beliefen sich Schutt und Trümmer allein in der vom Erdbeben heimgesuchten Gemeinde Jiegu auf 6,73 Millionen Tonnen bzw. 4,04 Millionen Kubikmeter. Die Lokalverwaltung hat bei der Aufräumungsarbeit verwendbare Materialien aussortiert: Grobe Schotter und zerbrochene Ziegelsteine werden nach einer Aufarbeitung für den Untergrund von Straßen und im Gelände, für das Fundament einstöckiger Häuser und für die Zuschüttung von Gruben verwendet. Nützliches Material aus Betonschutt und Zement-Ziegelstein-Konstruktionen wird für größere Bauprojekte genutzt, und mit dem Holzmaterial aus dem Schutt werden Bauernhäuser und provisorische Häuser gebaut. Betonstahl und andere Metallmaterialien werden recycelt. Bis Anfang Juni diesen Jahres wurden in Yushu etwa 2 Millionen Kubikmeter Schutt und Trümmer geräumt und aufbereitet.
Die Stadt Shanghai hat tatsächlich bereits vor 30 Jahren damit begonnen, nach Lösungen zum Thema städtischer Müll in Festkörperform zu suchen. Bis heute sind jährlich einige Millionen Tonnen Kohlenschlacken für die Herstellung von Baumaterialien verwendet worden. Früher galten die Kohlenschlacken als Müll, heute werden sie als Wertstoff betrachtet und finden eine hundertprozentige Verwendung. Man ist sogar so weit gegangen, Kohlenschlacken, mit denen früher Gruben zugeschüttet wurden, wieder ausgegraben.
Neben den Kohlenschlacken plant die Stadtverwaltung Shanghai, jedes Jahr einige Millionen Tonnen entschwefelten Gips, ein Nebenprodukt von Kraftwerken, wiederzuverwenden. Das Forschungsinstitut für Architekturwissenschaften der Stadt Shanghai betrachtet die Wiederverwendung von Müll in Festkörperform als wichtiges Forschungsgebiet und legt dabei den Schwerpunkt auf die Wiederverwendung von entschwefeltem Gips. Das Forschungsziel ist es, daraus Baumaterialien zu gewinnen, die wie gewöhnliche Baumaterialien eine sichere Lebensdauer von mindestens 50 Jahren haben sollen.
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