Shenzhen – Banner der Reform und Öffnung Chinas (Teil 1)
Von Wu Saifeng, Song Xiaogu und Zeng Bo
Die dritte Plenartagung des XI. Zentralkomitees der KP Chinas im Jahr 1978 ist seit jeher als der Ausgangspunkt der chinesischen Reform und Öffnung betrachtet worden. Weil es damals keine historischen Vorbilder gab und die meisten Chinesen von traditionellen Gedanken gefesselt waren, hat die chinesische Regierung beschlossen, vier Wirtschaftssonderzonen in den Künstengebieten, nämlich Shenzhen, Zhuhai, Shantou (in der Provinz Guangdong) und Xiamen (in der Provinz Fujian) zu errichten, um zu versuchen, einen geeigneten Weg zum Aufbau des Sozialismus chinesischer Prägung einzuschlagen.
Die Wirtschaftssonderzone Shenzhen war eine der ersten Wirtschaftssonderzonen Chinas, die nach außen geöffnet wurden. Ihr gesamter erfolgreicher Entwicklungsprozess zeigt den Pioniergeist der Menschen unter der Führung der KP Chinas. Am Erfolg von Shenzhen als vorbildlicher Stadt ist der Leitfaden für die Reform und Öffnung Chinas zu erkennen.
Eine 30-jährige Erfolgsgeschichte
Es war das Frühjahr 1979. Die dritte Plenartagung des XI. Zentralkomitees der KP Chinas wurde vor kurzem abgeschlossen. Xi Zhongxun, Sekretär des Parteikomitees der Provinz Guangdong, und Yang Shangkun, Wu Nansheng sowie andere Beamte unter der Führung von Xi waren ehrgeizig und wollten Reformen einführen. Ihr scharfer Verstand sagte ihnen, dass es Zeit war, die Menschen von den alten Ideen zu befreien und ein wirtschaftliches Wachstum zu erzielen. Nach einer eingehenden Analyse der Vorteile der Provinz Guangdong – vor allem ihrer geographischen Nähe zu Hongkong und Macao sowie der Verwandtschaft ihrer Einwohner zu den Auslandschinesen – schlug Xi Zhongxun dem Zentralkomitee der KP Chinas vor, dass man die günstige Lage im In- und Ausland sowie die Vorteile der Provinz Guangdong nutzen sollte, um diese beim Prozess der wirtschaftlichen Reform eine Führungsrolle übernehmen zu lassen.
Am 8. April 1979 hielt Xi Zhongxun eine Rede auf der Arbeitskonferenz des Zentalkomitees der KP Chinas. Im Namen des Parteikomitees der Provinz Guangdong forderte er, dass die chinesische Zentralregierung der Provinz Guangdong eine Vorzugspolitik bei der Reform und Öffnung gewähren und mehr Befugnisse einräumen solle, damit sie den ersten Schritt unternehmen kann. Er schlug vor, einige Sonderzonen in den Küstengebieten in der Nähe von Hongkong und Macao zu errichten, um den Austausch und die Zusammenarbeit mit dem Ausland zu ermöglichen und ausländische Investitionen anzuziehen. Er glaubte, dass sich die Provinz Guangdong dank ihrer Vorteile sehr schnell entwickeln könne.
Er berichtete Deng Xiaoping von seiner Idee, worauf dieser anregte: „Die Reform und Öffnung Chinas sollte zunächst in den südöstlichen Küstenregionen, genauer gesagt in den Provinzen Guangdong und Fujian, in Angriff genommen werden. Bei der Reform und Öffnung in Guangdong sollte man eine Bresche finden und Experimente durchführen. (...) Dafür sollte man einen Ort ausweisen, nennen wir es eine Sonderzone. Da es der Zentralregierung an finanziellen Mitteln fehlt, sollte man sich auf seine eigenen Ressourcen stützen.“ Dieser Kommentar machte später neue chinesische Geschichte.