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Durch die Kunst geht der Traum in Erfüllung

Von Xiao Yugang

Die groß angelegte Musik- und Tanzvorstellung „Mein Traum“, die vom Chinesischen Behindertenensemble bei den Paralympischen Spielen in Beijing aufgeführt wurde, enthält 18 Programme mit verschiedenen Arten der darstellenden Kunst, darunter Musik- und Tanzprogramme, Pekingoper, Tanzdrama und Musical. „Mein Traum“ stellt nicht nur orientalische künstlerische Reize zur Schau, sondern zeigt zugleich vielfältige kulturelle Elemente der ganzen Welt. Durch die Musik- und Tanzvorstellung wird den Zuschauern das künstlerische Talent behinderter Artisten präsentiert.

Der Begriff „besondere Kunst“ entstand Ende des 20. Jahrhunderts und bezieht sich auf die Kunst der behinderten Menschen. Das erste internationale besondere Kunstfestival fand am 5. Juni 1989 in Washington, USA, statt.

Das Chinesische Behindertenensemble wurde im Jahr 1987 ins Leben gerufen. Zurzeit hat das Ensemble 153 Mitglieder aus 26 Provinzen und autonomen Gebieten. Sie sind Angehörige unterschiedlicher ethnischer Gruppen. Unter ihnen sind 128 Taubstumme, 20 Blinde und 5 Menschen mit Behinderungen, die Gliedmaßen betreffend. Zum Ensemble gehören außerdem noch vier Gebärdensprache-Lehrerinnen. Sie sind Absolventinnen der Beijinger Tanzhochschule und der Beijinger Pädagogischen Universität.

Tai Lihua ist die Leiterin des Chinesischen Behindertenensembles. Sie wurde durch die Tanzvorführung „Guanyin-Bodhisattwa mit tausend Händen“ landesweit bekannt. Sie sagte: „Auf unserer Erde leben über 600 Millionen Behinderte. Gleich wie ihr körperlich und geistig gesunde Menschen lieben wir auch das Leben und die Kunst.“

Tai Lihua wurde 1974 in der Stadt Yichang der Provinz Hubei geboren. Als sie zwei Jahre alt war, hat sie wegen hohem Fieber durch eine Injektion ihre Hörfähigkeit verloren. Mit sieben besuchte sie eine Schule für taubstumme Kinder. In einem Rhythmik-Unterricht schlug die Lehrerin eine Elefantenfußtrommel. Tai Lihua lag auf dem Boden, ihr Körper spürte den Rhythmus und die Schläge, die sie nicht hören konnte. Sie war begeistert und ist seither von Musik und Tanz fasziniert.

Tai Lihua erinnerte sich: „Schon in meiner Kindheit habe ich gerne getanzt. Als ich noch sehr klein war, wünschte ich mir ein Paar weiße Tanzschuhe. Aber wegen meiner Krankheit hat meine Mutter gekündigt, um sich um mich zu kümmern. Unsere vierköpfige Familie lebte vom Gehalt meines Vaters, das damals nur 50 Yuan betrug. Doch als mein Vater meinen Wunsch erfuhr, kaufte er mir zu meinem Geburtstag ein Paar weiße Tanzschuhe. Vor Freude kamen mir die Tränen. Ich war sehr glücklich und tanzte auf dem Bett, denn ich wollte nicht, dass meine weißen Schuhe schmutzig wurden. Ich tanzte sehr fleißig und nahm große Anstrengung auf mich, wodurch ich am Körper oft blaue Flecken bekommen habe. Damit meine Mutter meine Wunden nicht sehen konnte, trug ich selbst im heißen Sommer eine lange Hose.“

Tanzen begleitete ihre Kindheit. Als Tai Lihua 15 Jahre alt war, trat sie ins Chinesische Behindertenensemble ein, wo sie schließlich zu einer hervorragenden Tänzerin herangebildet wurde. Sie wird als „schöner Engel“ bezeichnet.

Fast jedes Mitglied des Chinesischen Behindertenensembles hat eine ungewöhnliche Geschichte. Jiang Xintian ist eine Gebärdensprache-Moderatorin. Drei Monate nach ihrer Geburt im Jahr 1984 verlor sie ihr Hörvermögen. Ihre Mutter versuchte, ihr beim Artikulieren zu helfen, und legte Xintians Hand auf ihre Kehle, damit ihre Tochter die Vibration der Stimmbänder spüren konnte. Nach harter Übung konnte Xintian im dritten Lebensjahr „Mama“ sprechen.

Im März 2003 wurde Jiang Xintian bei der 52. Miss Global China Competition mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Außerdem erhielt sie den Titel „Besondere Image-Botschafterin“. Im Jahr 2004 trat Jiang Xintian ins Chinesische Behindertenensemble ein. Auf der Schlusszeremonie der Paralympischen Spiele in Athen übermittelte sie in Gebärdensprache die Einladung Chinas gegenüber der ganzen Welt: „Danke Athen, treffen wir uns in Beijing.“

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