Die „Grüne Olympiade“ fördert die Verwendung neuer Energien
Von Hou Ruili
Die Sportstätten der Olympiade 2008 in Beijing sind beeindruckend. Ihre energiesparende Konstruktion und der Rückgriff auf erneuerbare Energien wie zum Beispiel Solar-, Erdwärme- und Windenergie haben weltweit für Aufsehen gesorgt. China ist ein Land mit knappen Ressourcen. Die Nutzungseffizienz beim Ressourcenverbrauch war früher sehr niedrig. China zählt heute noch zu den Ländern mit dem höchsten Energieverbrauch pro BIP-Einheit. Daher bemüht sich die chinesische Regierung, die Anwendung erneuerbarer Energien, darunter Biomasse-, Solar-, Wind- und Mikrohydroenergie, stark zu fördern.
Die Stadt Beijing nahm es 1998 energisch in Angriff, den Umweltschutz zu intensivieren, und ergriff eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität beispielsweise durch Umbau von Kohleverbrennungsöfen und Verlegung Verschmutzung verursachender Unternehmen. Auf einem Symposium über Luftqualität, das am 4. Juni diesen Jahres in Nerola in der Nähe von Rom stattfand, sagte Ivo Allegrini, Direktor des italienischen Institute for Atmospheric Pollutionn: „Was Beijing in den letzten fünf Jahren bei der Verbesserung der Luftqualität erreicht hat, würde in Europa 20 bis 25 Jahre dauern.“
Gleichzeitig hat sich das Bewusstsein der Bevölkerung für die Einsparung von Energie und Verwendung sauberer Energien immer weiter entwickelt. Die Umsetzung des Konzepts der „Grünen Olympiade“ hat den Einsatz erneuerbarer Energien beschleunigt. Beijings erste große Anlage für die Erzeugung von Elektrizität durch Windkraft, der Guanting-Windpark, hat Anfang diesen Jahres bereits seine erste Bauphase abgeschlossen und erzeugt bereits Elektrizität. Jedes Jahr kann er Beijing und die Olympischen Sportstätten mit bis zu 100 Millionen Kilowattstunden versorgen.
Holzsplitter, -bretter, Reisstroh und Stroh sowie Kohle werden als Rohstoffe für die Herstellung von Biomasse verwendet. Diese spart Energie, reduziert Luftverschmutzung und findet in Stadt und Land weitgehend Verwendung. Im Kreis Yanqing verwenden mehr als 3000 Haushalte Biogas, das durch eine Pipeline in die Haushalte geliefert wird. In Asuwei, einem Vorort von Beijing, wird Elektrizität durch Verbrennung von Müll und Abfall erzeugt, wodurch jedes Jahr 10 000 Tonnen Kohle gespart werden können.
Das chinesische „Gesetz über erneuerbare Energien“ trat 2006 in Kraft. In diesem Gesetz gibt es Artikel zur Förderung und Unterstützung der Verwendung erneuerbarer Energien. Auch hier ist das Ziel, erneuerbare Energien zu verwenden, deutlich formuliert. Bis zum Jahr 2020 wird die grundlegende Energieversorgung des ganzen Landes zu 16% durch Nutzung erneuerbarer Ressourcen realisiert. Von 2007 an wird die Regierung in einer Zeitspanne von drei Jahren 10 Milliarden Yuan bereitstellen, um die Erschließung neuer Energien einschließlich Bio-Energie, die Energieeinsparung und die Verringerung des Ausstoßes von Schadstoffen sowie die Erforschung verschiedener Gegenmaßnahmen gegen Naturkatastrophen zu unterstützten. Seit dem vorigen Jahr führt die Regierung eine Bewertung und Überprüfung neuer Bauprojekte in Beijing nach Kriterien der Energieeffizienz durch, um den gesamten Energieverbrauch unter Kontrolle zu bringen.
Die chinesische Regierung hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2010 10 000 auf Ökologie ausgerichtete neue Dörfer aufzubauen. Demnach sollen zu diesem Zeitpunkt 40 Millionen Bauernhaushalte (28,4%) Faulgas benutzen, der Prozentsatz wird bis zum Jahr 2020 70% betragen. Das erzielte BIP beim Verbrauch pro Einheit Energie und von 15 wichtigen Ressourcen wird bis zum Jahr 2010 um 25% im Vergleich zum Jahr 2003 steigen und der Energieverbrauch pro 10 000 Yuan BIP wird um mehr als 18% sinken. Die Wiederverwertungsrate industrieller Abfälle, die in Form von Feststoffen anfallen, wird sich auf mehr als 60% erhöhen. Die Wiedergewinnungs- und Wiederverwertungsmenge wichtiger erneuerbarer Ressourcen wird um mehr als 65% steigen und die Wachstumsrate der städtischen Abfälle wird bei 5% gehalten.