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Die Fahne der Kommunistischen Jugend weht über der Erdbebenregion
Von Liang Juan

Am 24. Mai um 10 Uhr passierte der Zug Nr. 977, der mit Hilfsgütern für die Erdbebengebiete in Sichuan beladen war, den Tunnel Nr. 109 an der Eisenbahnlinie Baocheng (Baoji–Chengdu) zwischen dem Kreis Hui und dem Yu-Pass ohne Probleme. Eine Gruppe Jugendlicher, die glänzende Anstecknadeln mit dem Emblem der Kommunistischen Jugend trugen, weinte vor Aufregung. In dem Moment, in dem sie den Tunnel passiert hatten, sprangen sie vor Freude in die Luft und schwenkten ihre Fahne mit dem Aufdruck: „Jugendstoßbrigade für die Erdbeben-Rettungsarbeiten“.
Mit eben dieser Fahne hatte eben diese Gruppe Jugendlicher auf diesen Moment hingearbeitet. Gemeinsam mit über 2000 Eisenbahnmitarbeitern, Soldaten, Polizisten und Bauarbeitern hatten sie unter Lebensgefahr zwölf Tage und Nächte ununterbrochen auf dieser Rettungsbaustelle gekämpft.
Im Unglück hatten sie den Elan der Jugend
Am 12. Mai um 14.28 Uhr war im Kreis Wenchuan der Provinz Sichuan ein Erdbeben der Stärke 8 ausgebrochen. Ein Güterzug, der zur gleichen Zeit auf der Eisenbahnlinie Baocheng im Kreis Hui der Provinz Gansu den Tunnel Nr. 109 durchfuhr, stieß daraufhin gegen einen Felsbrocken, der bei einem Erdrutsch auf die Gleise gefallen war. 12 Tankwagen fingen Feuer und verbrannten. Die Eisenbahnlinie Baocheng war unterbrochen. Als die erste elektrifizierte Bahnstrecke Chinas ist diese Linie die wichtigste Verkehrsader vom Nordwesten in den Südwesten Chinas. Mit ihr war die lebenswichtige Eisenbahnverbindung in die vorderste Linie der Rettungsarbeiten abgerissen.
Nach dem Erdbeben begab sich Pang Yichao, der Sekretär des Chinesischen Kommunistischen Jugendverbandes (CKJV) beim Energieversorgungsamt Baoji der Eisenbahnbehörde Xi’an, sofort an den Ort der Rettungsarbeiten für die Erdbebenopfer. Die Mitglieder des CKJV meldeten sich freiwillig, um zu helfen, alle Gemüter waren erregt. 50 Mitglieder des Jugendverbandes bildeten die „Jugendstoßbrigade für die Rettungsarbeiten am Tunnel 109“. Mit dem besonderen Enthusiasmus der Jugend beteiligten sie sich am Kampf für die Rettungs- und Reparaturarbeiten an der Linie Baocheng. Mit ihrem Herzblut und ihrem Schweiß haben sie dem Strahlen der Fahne der Kommunistischen Jugend weiteren Glanz hinzugefügt.
Im Moment der Gefahr hielten sie mutig stand
Die schwierigste Aufgabe während der Arbeiten im Tunnel 109 war es, die Wasserleitung zu errichten, um das Feuer zu löschen und die Temperatur zu senken. Am 14. Mai beschloss das Hauptquartier für die Rettungsarbeiten an der Linie Baocheng, der Gruppe des Energieversorgungsamtes Baoji die Verantwortung für den Bau einer Pipeline vom Fluss Jialingjiang zu übertragen. Beim Bau der Pipeline war die schwierigste und gefährlichste Aufgabe, den Abschnitt in der Mitte des Tunnels zu legen.
Der Berg über dem mittleren Teil des Tunnels war abgerutscht. 12 000 Kubikmeter Stein blockierten den Lauf des Jialingjiang, ein Stausee war entstanden. Der Wasserstand war von ursprünglich sechs Metern auf beinahe 20 Meter gestiegen, aber die Breite des Flusses war von über 20 auf drei bis vier Meter abgefallen. Es blieb nur noch eine kleine Öffnung. Hier schossen durch den Druck des Flusses Wasser und Gestein mit Getöse nach unten. Auch auf einer Entfernung von drei bis vier Metern konnte man am Fluss nur schwer verstehen, was ein anderer sagte.
Im Moment der Katastrophe haben die Mitglieder der Jugendstoßbrigade mutig die schwersten Aufgaben übernommen. Brigadeleiter Lu Ming meldete sich freiwillig, um den Bau einer Pontonbrücke zu leiten. Die Brigademitglieder Wang Baoshan und Li Xinfeng gingen, ohne sich um die umherfliegenden Gesteinsbrocken zu kümmern, in den untern Teil des Flusstals. Sie warfen Seile, und mit U-Eisen und Rundstahl bauten sie eine kleine provisorische Brücke. Als erste überschritten die beiden heftig schwankend den Jialingjiang.
Nachdem sie den Fluss überquert hatten, sprang Wang Baoshan ohne zu zögern auf einen Stein in der Mitte des Flusses, zwei Meter vom Ufer entfernt. Mit einem Seil zog er die anderen einen nach dem anderen herüber. Eben mit diesem Sprung ermöglichte es Wang Baoshan den anderen Mitgliedern des Teams, ohne Schwierigkeiten den Fluss zu überqueren und das Wasserrohr entgegenzunehmen.
Nachdem sie den Fluss überquert hatten, folgten die Teammitglieder dem über 50 Grad steilen, steinigen und unwegsamen Bergpfad. Gemeinsam trugen sie die Materialien nach oben. Zwischen den herabfallenden Steinen liefen sie über fünfzig mal hin und her. In 18 Stunden aßen sie nur ein einziges Mal, aber es passierten vier Erdrutsche. Nicht einer in der Brigade schreckte vor dieser Aufgabe zurück. Am 15. um zwei Uhr morgens konnten sie schließlich vier Löschschläuche in den mittleren Teil des Tunnels legen.
Im Moment der Gefahr sind die Mitglieder der Jugendstoßbrigade nicht vor ihrer gefährlichen Aufgabe zurückgeschreckt. Am 18. Mai um 17.00 Uhr erhielt die Brigade des Energieversorgungsamtes Baoji von der Einsatzzentrale den Auftrag, im südlichen Teil des Tunnels Lampen aufzustellen. Um 19.00 Uhr trotzte die Brigade der Hitze und dem dichten, die Atemwege reizenden Staub. 140 Meter tief im Tunnel entfernten sie die Überreste der Oberleitung, legten Kabel und installierten die Beleuchtung. Li Long, Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes, übernahm als Techniker die Verantwortung für drei Gruppen, die die Leitungen überprüfen sollten. Mit dem schwachen Licht einer Taschenlampe untersuchte er Meter für Meter mit größter Sorgfalt die Kabel. Unaufhörlich arbeitete er eilig zwischen Fels, Geröll und Staub an den Leitungen, ohne den Strom abzustellen. Ständig warnte er die anderen: „Haltet die Leiter fest! Berührt nicht die Leute, die an den Leitungen arbeiten! Achtet auf die Sicherheit!“ Diese Stoßbrigade ließ schließlich im für sechs Tage und Nächte verschlossenen Tunnel erneut das Licht angehen. So gewährleistete sie, dass die Wagen im Tunnel herausgeholt und geborgen werden konnten.
Quelle: Xinhua-Nachrichtenagentur
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