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Drei Tage nach dem Erdbeben kamen die Rettungstruppen in Mianzhu an. Als ich das Zentrum zur Austeilung der Hilfsgüter in Hanwang, Gemeinde von Mianzhu, besuchte, sah ich, dass hier Stapel von Mineralwasser, Instant-Nudeln und Kleidung lagen. Hilfsgüter wurden per LKW aus allen Teilen Chinas hierher transportiert und an die Bevölkerung im Katastrophengebiet ausgeteilt.
Die vom Erdbeben betroffene Gemeinde Yinghua in der Stadt Shifang
Nach dem Besuch der Gemeinde Hanwang fuhr ich nach Yinghua. Diese Gemeinde in der Stadt Shifang gleicht einer Trümmerlandschaft. Das Beben hat einen großen Teil der Gebäude zerstört. Einige Bewohner haben mit Hilfe der Soldaten Zelte aufgeschlagen, die von der Regierung angebotenen Nahrungsmittel, Kleidung und Trinkwasser stehen ihnen zur Verfügung. Obwohl nur schlechte Lebensbedingungen zu gewährleisten sind, haben die Einwohner ein Dach über dem Kopf und brauchen sich nicht mehr um Nahrung und Kleidung zu sorgen.
Vor den Trümmern eines eingestürzten Hauses hing eine Frau Kleider zum Trocknen auf. Sie heißt Liu Jinhong und ist Angestellte der Chemiefabrik Yingfeng. Sie erzählte, dass das Dorf, aus dem sie stammt, mehr als 300 Einwohner zähle. Über 30 von ihnen seien ums Leben gekommen. Beim Erdbeben haben sich ihre Mutter beide Arme gebrochen und sie werde jetzt im Krankenhaus operiert. Ein Neffe von ihr sei beim Beben ums Leben gekommen. Als sie darüber erzählte, füllten sich ihre Augen mit Tränen.
„Zum Glück kamen die Rettungskräfte am zweiten Tag nach dem Erdbeben zu uns“, so Frau Liu. Während des Gesprächs versuchte sie mit bloßen Händen, Trümmerteile beiseite zu schaffen. Jetzt wohnt sie mit ihren Familienmitgliedern in einem Zelt.
Nach dem Gespräch mit Frau Liu kam ich zum Platz in der Mitte der Stadt Shifang. Dieser Platz im Stadtzentrum ist jetzt eine Unterkunft für die von Katastrophen betroffenen Bewohner. Bis zum 15. Mai wurden hier mehr als 2600 Einwohner untergebracht. Am Rand des Platzes lagen Stapel von Hilfsgütern. Einige Freiwillige teilten die Hilfsgüter an die Bevölkerung aus und die Arbeit wurde planmäßig durchgeführt. In einer einfach eingerichteten Krankenstation behandelten die medizinischen Fachkräfte die verletzten Einwohner. Die Mitarbeiter der Epidemieschutzstation versprühten Desinfektionsmittel, um einen möglichen Ausbruch und eine Verbreitung von Epidemien zu verhindern. Bewaffnete Polizisten machten Streifendienst rund um die Uhr, um die Sicherheit der Einwohner zu garantieren. Die Versicherungsgesellschaften und Telekommunikationsfirmen boten den Einwohnern zu jeder Zeit ihren Service an. Der Verantwortliche dieser Unterkunft war vormals Leiter eines Straßenkomitees in diesem Gebiet. Er erzählte, dass es in der ganzen Stadt Shifang insgesamt 29 Unterkünfte gebe. Die Arbeit laufe gut und die Einwohner würden möglichst schnell in die umliegenden sicheren Gebiete geschickt.
Li Yangjun, Student im vierten Studienjahr an der Landwirtschaftshochschule der Provinz Sichuan, war als Freiwilliger in dieser Unterkunft tätig. Als ich ihn befragte, antwortete dieser schlichte Junge oft mit „Ja“ oder „Nein“. Aber er redete sehr gern über die mehr als 2000 Einwohner: „Sie alle kommen aus den Gebirgsgegenden. Ihre Wohnhäuser sind eingestürzt. Hier haben sie genug Essen und Trinken. Auf einer Arbeitsstelle gegenüber gibt es ein Badehaus, wo sie sich duschen können.“ Obwohl er nur zwei Tage hier gearbeitet hatte, war er mit der Situation sehr vertraut.
An einer Ecke des Platzes stand ein großer Farbfernseher, vor dem sich viele Jugendliche Live-Sendungen rund um das Thema Erdbeben anschauten. Ein großer Teil der Einwohner saß auf dem Rasenplatz und unterhielt sich sehr ruhig. In ihrem Gesichtern war nicht nur Müdigkeit, sondern auch große Erleichterung und auch Sehnsucht nach Verwandten zu sehen.
„Glückliche“ Verletzte
Im Vergleich zu vielen Einwohnern in den Katastrophengebieten hatte Li Wenying aus der Gemeinde Yingxiu in der Stadt Dujiangyan Glück. Als sie am 12. Mai eine Mittagspause machte, wurde sie geweckt, weil sie am Nachmittag des Vortages zur Arbeit gehen musste und noch den Wecker darauf eingestellt hatte. Das war um 2.05 Uhr, kurz vor dem Erdbeben. Nach dem Aufstehen ging sie in die Toilette. Erst, nachdem sie die Toilette betreten hatte, ereignete sich das schwere Erdbeben. Im nächsten Augenblick stürzte das Wohngebäude ein. Frau Li, die im dritten Stockwerk dieses Wohngebäudes wohnte, wurde unter den Trümmern begraben. Zum Glück war die Toilette sehr eng, so dass sie geschützt war. Frau Li wurde deshalb nur an Armen und Beinen verletzt. Mit Hilfe der Rettungskräfte wurde sie geborgen und dann am 15. Mai per Hubschrauber in das Krankenhaus Huaxi in der Provinzhauptstadt Chengdu zur Behandlung geflogen.
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