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Chinesen und Ausländer Seite an Seite bei Erdbebenbekämpfung und Katastrophenhilfe

Von Zeng Ping und Zhang Hong
Am 14. Mai tauchte eine Gruppe Ausländer vor Ministerpräsident Wen Jiabao im vom Erdbeben schwer betroffenen Kreis Beichuan auf. „Sie sind Touristen?“ fragte der Ministerpräsident interessiert. „Nein, wir sind Helfer“, antwortete ein großer Mann in etwas holprigem Chinesisch. „Woher kommen Sie?“ „Aus den USA. Die Organization Heart to Heart International.“ Der kurze Dialog wurde am gleichen Abend im Zentralfernsehen gezeigt.
Internationale NGOs waren schnell in Aktion
Der Ausländer, der mit Ministerpräsident sprach, heißt Brian Robinson und ist Chefrepräsentant der NGO „Heart to Heart International“ in China. Der Doktor med. hat zehn Jahre lang in Chengdu gelebt. Die 16 Teilnehmer der Rettungsgruppe kamen gerade in Beichuan an, als sie dem Ministerpräsidenten begegneten. Sie fuhren insgesamt mit drei Wagen, einschließlich eines Gütertransporters und eines Ambulanzwagens.
Als sich das Erdbeben am 12. Mai ereignete, lief Brian Robinson mit anderen Stadteinwohnern in Chengdu auf die Straße. Dann kontaktierte er sofort das Rote Kreuz der Provinz Sichuan, somit wurde die „Heart to Heart International“ die erste internationale Rettungsgruppe, die das Katastrophengebiet erreichte.
Es bleibt eine Stärke der NGOs, dass sie schnell auf eine Naturkatastrophe reagieren und Rettungsarbeiten durchführen. Gleich zwei Tage nach dem Erdbeben am 12. Mai schickte „Ärzte ohne Grenzen“, eine 1971 in Paris gegründete internationale unabhängige Hilfsorganisation, zwei Gruppen zum Begutachten in die Katastrophengebiete. Nachdem die Organisation die ersten Informationen bekommen hatte, trat sie in koordinierte Aktion: Hilfsgüter wurden in die Erdbebengebiete gesendet und Freiwillige geschickt. Viele der medizinischen Fachkräfte waren vor kurzem in den Katastrophengebieten in Myanmar im Einsatz.
Wärme aus aller Welt
Nach dem Erdbeben drückten weltweit viele Regierungen ihre Anteilnahme aus und schickten Hilfsgüter nach China. Der US-amerikanische Präsident Bush sagte in einer Erklärung: „Die Fürsorge und Gebete des amerikanischen Volks sind mit dem chinesischen Volk.“ Viele Botschafter und Gesandte in China kamen zum chinesischen Außenministerium, um ihr Beileid auszudrücken. Im Kondolenzbuch ist zu lesen: „In diesem traurigen Moment stehen wir an der Seite des chinesischen Volks!“
Kurz nach dem Erdbeben entschied sich der saudi-arabische König Abdullah, China 50 Millionen US-Dollar in bar und Materialen im Wert von 10 Millionen US-Dollar zu spenden. Dies war die größte Geldsumme eines ausländischen Spenders, die China nach dem Erdbeben erhalten hat. Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verkündete am 16. Mai, der Zentrale Notfallfonds der UNO (CERF) werde Geldzuwendungen zur Unterstützung Chinas bei Erdbebenbekämpfung in Sichuan bereitstellen.
Bis zum 20. Mai drückten 166 Länder und über 30 internationale Organisationen China ihre Anteilnahme aus. Das Chinesische Rote Kreuz hat über 20 Geldspenden von Ländern und Organisationen u. a. vom Roten Kreuz der USA, der EU, Großbritannien, Deutschland, Italien, Japan und Australien erhalten. Kurz nach dem Erdbeben wurden zahlreiche ausländische Hilfsgüter in die Katastrophengebiete transportiert. Darunter waren dringend benötigte Artikel wie Zelte, Bettdecken, Küchengeräte und medizinische Instrumente, die von Russland, Frankreich, Japan, Südkorea und vielen anderen Ländern gespendet wurden. Chinesische Zollämter haben die Einreiseformalitäten vereinfacht, damit die Güter möglichst schnell in die Katastrophengebiete kommen können.
Schon am dritten Tag nach dem Erdbeben verkündete die chinesische Regierung, dass sie die Hilfe ausländischer Bergungsteams aus Russland, Japan, Südkorea und Singapur in den Erdbebengebieten annimmt. Bis zum 21. Mai waren zehn Bergungsteams mit 355 Rettungsleuten aus sieben Ländern und Gebieten, darunter Russland, Taiwan, Japan, Südkorea, Hongkong, Singapur und den Niederlanden, in den Katastrophengebieten tätig.
Die 60 japanischen Rettungsleute kamen in zwei Gruppen an. Es war die erste professionelle ausländische Rettungsgruppe, die nach dem Erdbeben in den Katastrophengebieten eingetroffen ist und von China seit seiner Gründung im Jahr 1949 bei einer großen Naturkatastrophe akzeptiert wurde. Die 60 Leute wurden aus 4000 Rettungsleuten aus ganz Japan, die jederzeit zum Einsatz bereit sind, ausgewählt und sind erfahren. Viele von ihnen nahmen an den Bergungsarbeiten nach dem Erdbeben in Kobe 1995, dem Erdbeben im Iran 2003 und dem Tsunami in Indonesien 2004, teil.
Die japanischen Bergungsleute waren im vom Erdbeben schwer betroffenen Kreis Qingchuan im Einsatz. Aus einem zusammengebrochenen Gebäude haben sie eine Frau mit ihrer 75 Tage alten Neugeborenen tot geborgen. Die Mutter hatte ihre Tochter fest an ihre Brust gedrückt. Die japanischen Rettungsleute in ihrer orange-blauen Bergungskleidung standen vor ihnen in schweigender Trauer.
Ein professionelles Rettungsteam mit 40 Fachkräften aus Südkorea arbeitete auf dem Gelände der Chemiefabrik Hongda in der Gemeinde Yinghua der Stadt Shifang. Sie haben insgesamt 17 Todesopfer gefunden. „Der Anblick des Katastrophengebiets ist schrecklich“, sagte Kim Yong-suk, Leiter des Rettungsteams. „Die Familienangehörigen der Opfer waren zutiefst traurig. Wir gruben oft an den Stellen, an denen nach ihren Aussagen die Opfer verschüttet wurden.“ Kim Yong-suk meinte, jedes Land könnte von Unheil heimgesucht werden. Aber nicht jedes Land könnte wie China sich so rasch und solidarisch für die Katastrophenbekämpfung einsetzen. Er glaubt fest, dass ein Land mit einer effizienten Regierung und einem tapferen Volk das zerstörte Gebiet schnell wieder aufbauen kann.
Neben der Grundschule der Gemeinde Hongbai in der Stadt Shifang reihte sich Zelt an Zelt. Das Kommandozentrum für Katastrophenhilfe befand sich hier. Nicht weit vom Kommandozentrum lag an einem Berghang der Lagerplatz des Rettungsteams aus Singapur. Das 55-köpfige Rettungsteam setzte sich aus Ingenieuren, Technikern, Bergungskräften und Krankenschwestern zusammen. Zum Team gehörten noch vier Suchhunde. Das Rettungsteam wurde in vier Gruppen geteilt, da die Landkarte des Kommandozentrums 16 Stellen zeigte, wo zum Beispiel Wohnhäuser, Schulen und Wasserkraftwerke liegen, an denen Bergungsarbeiten erfordert wurden. Das Team hat schnell fünf Todesopfer gefunden.
Huang Haoquan, Leiter des Rettungsteams aus Singapur, sagte: „Nach dem Erdbeben sandte die chinesische Regierung rasch Soldaten in die Katastrophengebiete. Wir haben die Weisheit und Entschlossenheit der chinesischen Regierung zur Kenntnis genommen. Außerdem sind die Hilfsgüter ausreichend. Die Militärs, lokale Regierungen und Freiwillige transportieren ununterbrochen die dringend benötigten Materialien in die Erdbebengebiete. In den Katastrophengebieten fühlen wir die Trauer und den Schmerz, zugleich werden wir auch vom starken Willen des chinesischen Volkes ermutigt.“
China hat schon mehrmals an der internationalen Zusammenarbeit zur Katastrophenbekämpfung teilgenommen und enge Beziehungen mit den Regierungen vieler Länder, der UNO, regionalen Organisationen und NGOs aufgenommen. Doch China nahm als von Naturkatastrophen heimgesuchtes Land zum ersten Mal seit seiner Gründung internationale Rettungsmannschaften an.
Medizinische Unterstützung: Liebe ohne Grenzen
Am 21. Mai wurde das russische mobile Krankenhaus auf dem Campus einer Mittelschule aufgebaut. Über zehn große luftgestützte Zelte dienen als Operationsräume, Untersuchungsräume, Krankenzimmer und Lagerräume. In diesem Krankenhaus können fünf Operationen gleichzeitig durchgeführt werden. Täglich können etwa 300 Patienten und Verwundete behandelt werden. Darüber hinaus stehen 25 Betten schwer Erkrankten oder Verletzten zur Verfügung.
Ein deutsches mobiles Krankenhaus bietet 250 000 vom Erdbeben Betroffenen medizinischen Service.
Aus der Isolation heraus
Unterstützung anbieten und Unterstützung akzeptieren ist nach Katastrophen weltweit allgemein üblich. In China war das aber anders.
Vor 32 Jahren, im Jahr 1976, ereignete sich das Erdbeben in Tangshan, das 240 000 Menschen das Leben kostete. In der damaligen politischen Atmosphäre entschied sich die chinesische Regierung, die Schwierigkeiten auf eigene Faust zu überwinden und lehnte jegliche internationale Hilfe ab.
Dazu sagte Qian Gang, Autor des Buchs mit dem Titel „Erdbeben in Tangshan“: „Damals konnte China die internationalen Hilfeleistungen nicht akzeptieren, weil es sich in der Phase des Kalten Kriegs befand. Heute sind 30 Jahre seit Einführung der Reform- und Öffnungspolitik vergangen. China wird immer offener, die Denkweise und die geistige Verfassung der Chinesen haben sich verändert.“
Bereits vier Jahre nach dem Erdbeben in Tangshan, zwei Jahre nach Einführung der Reform- und Öffnungspolitik in China, begann sich die Wertvorstellung der Chinesen allmählich zu verändern.
Im Jahr 1980 wurde China von Überschwemmungen und Dürre heimgesucht. Die chinesische Regierung übermittelte der internationalen Gemeinschaft vorsichtig die Nachricht, dass China Hilfeleistungen zur Katastrophenbekämpfung annehmen würde. Darüber waren die westlichen Medien erstaunt.
„Dass China eine offene Haltung internationaler Unterstützung gegenüber zeigt, folgt der Überzeugung, dass das Leben das Allerwichtigste ist“, sagte Jia Qingguo, Vizedirektor der Fakultät für internationale Beziehungen an der Peking-Universität.
„Bei Naturkatastrophen ist die Welt eine Familie“, sagte Shen Jiru, Forscher der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften. „Alle Länder sind Mitglieder dieser Familie. Daher sollen sich alle gemeinsam und solidarisch anstrengen, um die Katastrophen zu bekämpfen.“
Kurzinfos
Chinas Annahme internationaler Unterstützung zur Katastrophenbekämpfung in den letzten Jahren
Im Sommer 1998 wurden die Einzugsgebiete des Jangtse-Flusses in Südchina, des Songhua- und Nenjiang-Flusses in Nordostchina von Überschwemmungen heimgesucht. Über 100 Millionen Menschen waren davon betroffen. Die finanzielle Unterstützung aus den USA, Japan, Frankreich, Thailand und Großbritannien belief sich auf mehr als eine Milliarde Yuan.
Im Frühling 2003 brach in China die SARS-Epidemie aus. Bis zum Juni 2003 hat China Spenden aus internationalen Organisationen und ausländischen Regierungen in Höhe von 38,02 Millionen US-Dollar erhalten.
Anfang 2008 wurden die südchinesischen Gebiete von außergewöhnlichen Schneefällen heimgesucht. Singapur, Malaysia, Japan, die Mongolei, die USA und Syrien boten China Geld- oder Sachspenden an.
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| Weltgeopark Yuntaishan in der Provinz Henan Der Geopark Yuntaishan gehört zur zweiten Gruppe der vom Ministerium für Territoriale Ressourcen genehmigten Geoparks auf Staatsebene. Am 13. Februar 2004 wurde er von der UNESCO zum Weltgeopark erklärt. Der 556 qkm große Weltgeopark liegt im Kreis Xiuwu der Stadt Jiaozuo. |
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