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Rettungsaktionen nach dem Erdbeben

Von Wang Wenhua

Am 12. Mai 2008 um 14:28 Uhr ereignete sich in Wenchuan in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ein schweres Erdbeben der Stärke 8,0 nach der Richterskala.

Halb China und Hunderte von Millionen von Menschen wurden betroffen und die Zahl der Verstorbenen wird schätzungsweise 50 000 übertreffen. Das ist eine sehr traurige Zahl und tiefste Wehmut erfasst die Menschen, die sich damit konfrontiert sehen.

Das Erdbeben in Wenchuan ist das zerstörerischste seit der Gründung der Volksrepublik China. Durch das Erdbeben wurden die Straßen zum Epizentrum und in viele andere Erdbebengebiete zerstört und die Telekommunikation wurde unterbrochen. Die vom Erdbeben Betroffenen verloren den Kontakt mit der Außenwelt. Zudem war die Wetterlage ungünstig. Der Regen erschwerte die Arbeit der Rettungsteams, die mit immer neu auftretenden Folgen des Erdbebens zu kämpfen haben.

Der Naturgewalt kann man sich oftmals nicht widersetzen. Jedoch wurde nach dem Erdbeben das ganze Land mobilisiert und jeder Bürger legte ohne zu zögern seine helfende Hand über die von der Katastrophe Betroffenen. Die Szenen sind rührend. In ihnen lässt sich der entschlossene Wille des Volkes zur Bekämpfung der Erdbebenkatastrophe erkennen.

Am 12. Mai, kurz nach dem Erdbeben, hielt Generalsekretär Hu Jintao sofort eine Sitzung des Ständigen Ausschusses des Zentralkomitees der KP Chinas ab, um die Arbeit der Bekämpfung der Folgen des Erdbebens und Rettung der Betroffenen zentral zu koordinieren, und forderte, dass die Verletzten so schnell wie möglich gerettet und die Überlebenden in den Erdbebengebieten in Sicherheit gebracht werden. Knapp zwei Stunden nach dem Erdbeben saß Ministerpräsident Wen Jiabao bereits im Flugzeug, das in die Erdbebengebiete flog. Dem Nachbeben zum Trotz ging er Tag und Nacht auf Inspektion durch die Erdbebengebiete. Beim Anblick des Ausmaßes der Katastrophe kamen ihm die Tränen. In der Stadt Dujianyan forderte er die Rettungsteams auf: „Selbst wenn es nur einen Schimmer von Hoffnung gibt, sollten wir alle Kräfte einsetzen, um die Menschen zu retten. Selbst wenn es unter den eingestürzten Häusern nur einen Überlebenden gibt, müssen wir die Rettungsaktion zu Ende führen.“ In einem provisorisch aufgestellten Zelt leitete er die Rettungsaktion. Als er auf eine Ruine stieg, unter denen zwei Kinder begraben lagen, die später gerettet werden konnten, ermutigte er sie, indem er ihnen zurief: „Hört meine Worte: Haltet mutig durch!“

Chinas Katastrophenschutzplan für unerwartete Notfälle befindet sich im Wettlauf mit der Zeit. Zwei Stunden nach dem Erdbeben hat das Ministerium für Zivile Angelegenheiten aus dem Zentralen Lager in Xi’an für die Rettung der Betroffenen 5000 Zelte in die Katastrophengebiete transportieren lassen. Auch das Chinesische Büro für Seismologie hat die Durchführung des Katastrophenschutzplans der Stufe Eins sofort in Gang gesetzt und eine Bergungsmannschaft aus 180 Spezialisten in die Katastrophengebiete geschickt. Das Chinesische Rote Kreuz ließ Güter, die für die Rettungsaktionen gebraucht werden, in die Erdbebengebiete transportieren und 700 Soldaten und Offiziere des Militärbezirks Chengdu marschierten in der gleichen Nacht in Richtung Wenchuan. Auch die Truppen des Militärbezirks Jinan eilten in die Erdbebengebiete.

Die Nacht vom 12. auf den 13. Mai war eine lange Nacht. In Chengdu, der Provinzhauptstadt Sichuans, standen zahlreiche Menschen Schlange vor den Blutspendestationen, um Blut zu spenden. Hunderte Taxis transportierten spontan, ohne nach Geld zu fragen, dringend benötigte Güter über die Autobahn Chengdu – Guanxian in die Katastrophengebiete.

Mit der schweren Naturkatastrophe konfrontiert, ist es die Menschenliebe, die den von der Katastrophe Betroffenen starke seelische Kraft gibt. Die Menschen schließen sich in Notzeiten solidarisch zusammen, um Leid zu teilen und gemeinsam die Naturkatastrophe zu überwinden. Das ist eine Tradition der chinesischen Nation.

Auch die internationale Gemeinschaft verfolgt aufmerksam das Erdbeben in Wenchuan, bekundete Beileid und leistet Hilfe. Die Landsleute in Hongkong, Macao und auf Taiwan leisten ihre Unterstützungen in unterschiedlichster Form. Auch das stärkt den Willen des chinesischen Volkes zur Bekämpfung der Erdbebenkatastrophe.

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